Vorarlberger Grabher Group plant Klage gegen Weltkonzern Gore-Tex

31. März 2017, 16:02
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W. L. Gore könnte laut Lustenauer Familienunternehmen längst umweltfreundlich produzieren, tut es aber aus Kostengründen nicht

Wien/Lustenau – Der Vorarlberger Familienbetrieb Grabher Group, ein Dienstleister für die Textilindustrie, will den US-Weltkonzern Gore-Tex klagen. Es geht um die umweltschonende Produktion der wasserabweisenden Sportbekleidung. Laut dem Unternehmer Günter Grabher könnte Gore-Tex schon längst umweltfreundlich produzieren, tut es aber aus geschäftlichen Gründen nicht, schreibt "News".

Das Vorarlberger Unternehmen hat gemeinsam mit dem US-Konzern W. L. Gore die ökologisch vorbildliche Niederdruckplasmabeschichtungstechnologie entwickelt. "Gore hat das Verfahren mit unzähligen Tests im eigenen Haus erprobt und als sehr gut bewertet. Es ist aber etwas teurer als die aktuell eingesetzte Methode, weshalb es mittels Knebelverträgen vom Markt gehalten wird", so Grabher zu dem Magazin. Der Vorarlberger fühlt sich von W.L. Gore über den Tisch gezogen, um Anwendung einer "revolutionären Technologie", Entwicklungskosten und versprochene Aufträge geprellt.

Grabher will sich um die Unterstützung anderer Unternehmen aus der Textilbranche bemühen und eine Sammelklage initiieren. Die deutsche W. L. Gore & Associates GmbH in Putzbrunn bei München wollte gegenüber "News" über geschäftliche Beziehungen in der Öffentlichkeit keine Auskunft geben, bestätigte aber, mit dem Unternehmen Grabher seit Längerem in Kontakt zu stehen.

Bei der Produktion von wasserabweisendem, aber atmungsaktivem Material werden bisher umweltschädliche per- und polyfluorierte Chemikalien eingesetzt. Das Nassverfahren ist zudem sehr abwasser- und energieintensiv. Auf der Sportartikelmesse ispo in München im Februar 2017 erklärte Gore, der Detox-Kampagne der Umweltschutzorganisation Greenpeace beizutreten und bis 2023 "giftfrei" zu werden. Das brachte das Lustenauer Unternehmen Grabher auf die Palme, es hat einen Rechtsanwalt einschaltet. (APA, 31.3.2017)

  • Grabher plant eine Sammelklage, weil W. L. Gore nicht umweltfreundlich produziere.
    foto: lukas barth

    Grabher plant eine Sammelklage, weil W. L. Gore nicht umweltfreundlich produziere.

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