Warum "3" Port 25 für den E-Mail-Versand sperrt

    31. März 2017, 15:04
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    Hintergrund ist die EU-Verordnung, welche die Gewährleistung des Zugangs zum offenen Interner regelt

    In einigen Foren wird derzeit über eine Ankündigung des heimischen Mobilfunkers "3" diskutiert. Das Unternehmen hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen Port 25 nicht mehr für den E-Mail-Versand verwenden kann. Dieser werde daher ab Mai 2017 gesperrt. Grund sei eine gesetzliche Änderung. Der STANDARD hat bei "Drei" nachgefragt, was es damit auf sich hat.

    Offener Port kann für Spam-Versand missbraucht werden

    Port 25 dient zur Kommunikation zwischen Mailservern mittels Simple Mail Transfer Protocol (SMTP). Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass der Port zum Versand von Spam missbraucht wird. Beispielsweise wenn ein Computer mit entsprechender Schadsoftware infiziert ist.

    Die meisten Betreiber haben Port 25 daher gesperrt, stattdessen wird Port 587 verwendet, der nur authentifizierte Verbindungen akzeptiert. "3" hat ihn bisher offen gelassen, damit Nutzer auch externe Mailserver und nicht nur den "3"-eigenen verwenden konnten. Dadurch hätten Spamwarnungen anderer Betreiber angeschlagen und der Verkehr von IP-Adressen von "3" sei in spezielle Spamfilter entsorgt worden, so Sprecher Tom Tesch. Um das zu verhindern, setzte das Unternehmen transparente Spam- und Malwarefilter ein.

    Verstoß gegen Netzneutralität

    Diese Filter verstoßen jedoch laut der österreichischen Regulierungsbehörde RTR gegen Artikel 3 Absatz 3 Unterabsatz 2 der Verordnung VO (EU) 2015/2120, der die Gewährleistung des Zugangs zum offenen Internet regelt – also die Netzneutralität betrifft. Der Regulator hatte mehrere Verfahren gegen heimische Provider wegen Verstößen eingeleitet – dazu gehören auch die besagten Filter von "3". "Damit können wir die Filter nicht mehr einsetzen und müssen, um die Integrität unseres Netzes aufrecht zu erhalten, so wie die übrigen Betreiber Port 25 für dynamische IP-Adressen sperren", erklärt Tesch.

    Auf einer eigenen Support-Seite hat "3" Anleitungen veröffentlicht, welche Einstellungen Kunden nun ändern müssen. (Birgit Riegler, 31.3.2017)

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      foto: joerg koch/dapd
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