Strolz vermutet Kurz hinter Vavriks Wechsel zu ÖVP

31. März 2017, 11:17
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Der Neos-Klubobmann kann sich weiterhin eine Koalition mit der Volkspartei vorstellen. Hinter dem Wechsel von Vavrik vermutet er auch den Außenminister

Wien – Neos-Klubobmann Matthias Strolz vermutet auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hinter dem Wechsel seines ehemaligen Abgeordneten Christoph Vavrik in den ÖVP-Klub. Als möglicher Koalitionspartner sei die Volkspartei jedoch nicht gestorben, betonte er am Freitag bei einer Pressekonferenz, in der die neue Abgeordnete Karin Doppelbauer vorgestellt wurde.

"Es ist, was es ist" – Strolz zeigte sich nach dem überraschenden Wechsel Vavriks, der für die Neos wegen homophober Aussagen untragbar geworden war, zwar nicht verbittert, jedoch enttäuscht. "Ich bin nicht über das Was betroffen, sondern über das Wie", meinte er zum Bruch Vavriks mit der Neos-internen Abmachung, dass dieser auf sein Mandat hätte verzichten sollen. Vavrik hatte in einem Posting auf Facebook die Adoption von Kindern durch Homosexuelle als "abartig" bezeichnet.

SMS an Kurz

Dass es neben ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka weitere "Komplizenschaft" gegeben habe, sei offensichtlich, lenkte Strolz die Aufmerksamkeit in Richtung Kurz. Das "Täuschungsmanöver" sei von ihnen ausgegangen, es soll ein Treffen zwischen Vavrik und Kurz und eines mit Lopatka gegeben haben. Parteichef, Reinhold Mitterlehner, sei mit dem Deal nicht einverstanden gewesen, will der Neos-Obmann gehört haben. Via SMS hat sich Strolz nun an Kurz gewandt – bisher ohne Antwort. Mit Bundeskanzler Christian Kern habe es bereits ein Gespräch gegeben.

Mitterlehners Büro bestreitet die Darstellung von Strolz. Der ÖVP-Obmann sei über den Wechsel Vavriks in den ÖVP-Klub informiert und damit einverstanden gewesen. Mitterlehner "steht hinter der Entscheidung des ÖVP-Parlamentsklubs. Der Wechsel war vorher abgestimmt".

"Wir weisen das zurück"

Auch im Büro von Kurz bestreitet man den Wechsel Vavriks gegen die Meinung des Parteichefs eingefädelt zu haben. "Die Anschuldigungen sind schlicht falsch. Wir haben damit nichts zu tun", hieß es zum STANDARD. "Die Neos sind mittlerweile wie alle anderen Parteien. Hauptsache, Kurz anpatzen." Thema und Wahrheitsgehalt seien dabei egal.

Dennoch ist für Strolz die ÖVP aufgrund Vavriks Wechsel als möglicher politischer Partner nicht gestorben, wie er betonte, aber: "Vertrauensbildende Maßnahme war das keine." Und auch Lopatka werde sich früher oder später für seine Aktionen verantworten müssen – immerhin sei er Theologie-Student. Strolz: "Lopatka ist ein Mensch der Intrigen." Und zu Vavriks: "Es wird ihn ein Leben lang begleiten, was er hier gemacht hat."

Dell-Managerin folgt Alm nach

Leichter hat Strolz den Abgang seines Mandatars Niko Alm am selben Tag verdaut, immerhin folge mit der Dell-Managerin und Bio-Bäuerin Karin Doppelbauer eine international renommierte Managerin nach. Zudem handle es sich um kein unbekanntes Gesicht bei den Neos: Doppelbauer ist ebenso Gründungsmitglied der Bewegung und sitze zudem im Vorstand der Partei.

Die neue Abgeordnete will nicht nur das Engagement Alms für Start-Ups fortsetzen, sondern soll sich auch um die Themen Landwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit kümmern. Letzteres sei zwar ein "Schattenthema" und "nicht sehr sexy". Dennoch kündigte sie schon einmal eine parlamentarische Anfrage zu den Geldflüssen an und forderte einen eigenen Staatssekretär für die Entwicklungszusammenarbeit.

Gamon wird Mediensprecherin

Mit den beiden Abgängen sind bei den Neos auch Sprecherrollen neu verteilt worden. Die Funktion der Mediensprecherin wird Claudia Gamon von Alm übernehmen, den Kulturausschuss inklusive Ausschussvorsitz übernimmt Sepp Schellhorn, den Bereich Inneres Niki Scherak. (APA, 31.3.2017)

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