Gute Bedingungen für Geldwäsche

31. März 2017, 15:46
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Der von Diskretion und Intransparenz geprägte Kunstmarkt lässt sich nur schwer kontrollieren

Geldwäsche ist ein Thema, das den Kunstmarkt mehr betrifft, als sich die Akteure eingestehen wollen. Die großen Auktionshäuser betonen, sich strikt an internationale Standards zu halten, die eine sorgfältige Risikoprüfung inkludieren. Offiziell sowohl bei Neu- als auch bei Stammkunden. Ob und mit welcher Sorgfalt Angaben von Kunden kontrolliert werden oder bei Offshore-Konstruktionen überhaupt überprüfbar sind, ist eine andere Sache.

Beispielhaft dafür steht die Causa rund um den malaysischen Staatsfonds 1MDB, der, wie seit 2016 bekannt, um Milliarden von Dollar erleichtert wurde. Teils wurden damit namhafte Kunstwerke erworben, laut The Guardian 2013 bei Christie's etwa Jean-Michel Basquiats Dusthead für 48,8 Millionen Dollar. Teils wurden sie später wieder verkauft, laut Bloomberg etwa ein Picasso (Tête de femme), der 2015 bei Sotheby's 45 Prozent weniger als den ursprünglichen Kaufpreis von 2013 einspielte. Einbußen sind bei Geldwäsche ja nicht das Problem.

Dass illegale Vermögenswerte in den Kunstmarkt eingeschleust werden, ist laut Monika Roth eine Tatsache. Denn "seine Eigenschaften und Eigenheiten schaffen, nicht immer, aber in der Kombination, gute Betriebsbedingungen dafür", ist die Schweizer Juristin, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat, überzeugt. Aufgrund dieser von Diskretion und Intransparenz geprägten Kultur sei er nur schwer kontrollierbar.

Es gehe nicht darum, diesen Markt in die Nähe organisierter Kriminalität zu rücken. Der Punkt sei, "dass er allerdings von solchen Organisationen genutzt wird". Aufgrund der "starken Regulierung und Kontrolle der Finanzmärkte" wich man etwa auf den Kunstmarkt aus. Ein gängiges Modell sei auch das Verleihen von Kunstwerken an Museen, bestätigt Roth. "Nach zehn Jahren wird keiner mehr fragen, woher der Leihgeber das Geld für den Kauf hatte." Geadelt und mitsamt vermeintlich lupenreiner Weste kommen manche solcher Werke dann wieder auf den Markt. (kron, Album, 31.3.2017)

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