US-Handelsdefizit: Trump lässt Gründe dafür analysieren

31. März 2017, 18:31
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Auch "Made in Austria" muss sich auf Gegenwind einstellen

Washington/Wien – US-Präsident Donald Trump hat am Freitag zwei Dekrete erlassen, die sich auch auf Österreichs Exportwirtschaft negativ auswirken könnten. Ein Erlass weist das US-Handelsministerium und das Büro des US-Handelsbeauftragten an, innert 90 Tagen eine umfassende Analyse der chronischen Fehlbeträge im US-Außenhandel zu liefern. Die zweite Verordnung hat ein wirksameres Einziehen von Antidumping- und Ausgleichszöllen zum Ziel.

2016 haben die USA weniger Waren exportiert, das Handelsbilanzdefizit hat sich jüngsten Zahlen zufolge auf 481,2 Milliarden Dollar (rund 445 Mrd. Euro) erhöht. 2015 lag das US-Handelsbilanzdefizit bei 463 Milliarden.

Die US-Exporte sind mit 3140 Milliarden um rund 30 Milliarden geschrumpft. Die Importe verringerten sich nur um 12,3 Milliarden auf 3620 Milliarden Dollar.

In den Augen von Trump scheint Österreich verdächtig genug, um genauer analysiert zu werden. Die USA sind Österreichs zweitwichtigster Handelspartner nach Deutschland. 2016 sind die Exporte in die USA zwar um 3,9 Prozent auf 8,7 Mrd. Euro geschrumpft; weil die Importe aus den USA aber stärker um 4,5 Prozent auf 5,0 Mrd. Euro eingebrochen sind, hat sich Österreichs Handelsbilanzüberschuss mit den USA in rekordverdächtiger Höhe von 3,7 Milliarden Euro gehalten.

Magna, Voestalpine und Co

Ob Magna, KTM, Voestalpine, Rosenbauer oder Glock – alle namhaften österreichischen Unternehmen liefern auch in die USA. Red Bull, dessen erste Dose vor exakt 30 Jahren in den Handel kam, hat sich schon vor längerer Zeit neben dem Abfüllwerk in Nüziders, Vorarlberg, einen zweiten Produktionsstandort in Widnau in der benachbarten Schweiz gesichert. Manche sagen, in weiser Voraussicht, sollte es zu einem Handelskrieg USA – EU kommen.

"Ich glaube nicht, dass es dazu kommt", sagte Guido Stock, der in der Wirtschaftskammer Österreich unter anderem für die USA zuständig ist, dem STANDARD. Im Gegenzug müssten sich US-Unternehmen auf Gegenmaßnahmen der Europäer einstellen. Stock: "Weil das nicht in ihrem Interesse sein kann, werden sie das schon rechtzeitig abbiegen." (Günther Strobl, 31.3.2017)

  • Eine Liste soll US-Präsident Donald Trump vor Augen führen, welche "Schummler" den USA die Handelsbilanz vermasseln.
    foto: dpa/lars halbauer

    Eine Liste soll US-Präsident Donald Trump vor Augen führen, welche "Schummler" den USA die Handelsbilanz vermasseln.

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