Mindestens 24 Tote bei Anschlag auf Markt in Pakistan

31. März 2017, 16:29
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Sowohl Gruppe Jamaat ul-Ahrar als auch Taliban bekannten sich zu der Bluttat

Islamabad – Bei einem Bombenanschlag auf einen belebten Marktplatz im Nordwesten von Pakistan sind mindestens 24 Menschen getötet und 108 weitere verletzt worden. Das sagte am Freitagabend (Ortszeit) der Verwaltungsleiter des größten Krankenhauses der Stadt Parachinar, Latif Hussain.

Nach Behördenangaben handelte es sich um eine Autobombe, die direkt vor dem Fraueneingang einer schiitischen Moschee explodierte. Zu dieser Uhrzeit versammelten sich gerade die ersten Gläubigen zum Freitagsgebet.

Ein Augenzeuge, Ghayur Hussain, erzählte, viele Geschäfte und ein großes Fast-Food-Restaurant am Platz seien schwer beschädigt. Fensterscheiben seien herausgesprengt worden, Waren lägen zwischen den Scherben. Die Polizei habe nun den ganzen Markt geschlossen.

Als Urheber der Tat bezeichnete sich eine der aktivsten und brutalsten Extremistengruppen des Landes, die sunnitische Gruppe Jamaat ul-Ahrar (JuA). In den vergangenen Wochen hatte sie eine ganze Reihe von Anschlägen für sich reklamiert. In der Botschaft des JuA-Sprechers Assad Mansour hieß es, Schiiten seien die schlimmsten Ungläubigen. Jamaat ul-Ahrar werde weitere Anschläge auf sie verüben.

Aber auch die pakistanischen Taliban reklamierten den Anschlag für sich. Das Bombenattentat sei Teil ihrer "Operation Ghazi", teilte Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) mit. Ghazi war ein Islamist, der 2007 von pakistanischen Sicherheitskräften getötet worden war.

Pakistan erlebt seit Jahresbeginn nach zwei relativ ruhigen Jahren eine Wiedergeburt des Terrors. Insgesamt waren bei zahlreichen Anschlägen bis März rund 130 Menschen getötet und verletzt worden.

Viele der Anschläge hatten sich gegen Gruppen gerichtet, die sunnitische Islamisten als Ketzer ansehen. Erst am Donnerstag war in der ostpakistanischen Provinz Punjab der Anführer einer Ahmadi-Gemeinde erschossen worden. Ahmadis sind eine islamische Sondergemeinschaft, die in Pakistan nicht als Muslime anerkannt werden. Im Februar waren in der südpakistanischen Provinz Sindh bei einem Angriff auf einen Schrein liberaler Sufi-Muslime mehr als 70 Menschen getötet worden.

In der Stadt Parachinar hatte es erst im Jänner einen ähnlichen Anschlag mit mindestens 25 Toten gegeben. Parachinar ist der größte Ort in der sogenannten Kurram Agency, einem halbautonomen Sonderterritorium an der Grenze zu Afghanistan. Es ist eine mehrheitlich von Schiiten bewohnte Gegend und oft Ziel von Anschlägen sunnitischer Extremisten.

Die insgesamt sieben Sonderterritorien unter Bundesverwaltung (FATA) gelten als Hort des Extremismus. Die pakistanische Regierung hat jüngst ein umfassendes Reformprogramm für Fata beschlossen. (APA, 31.3.2017)

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