Nie zu spät: 81-jährige "Digital-Oma" programmiert iPhone-Spiel

    4. April 2017, 09:57
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    Masako Wakamiya ließ sich die Programmiersprache Swift über Skype und Facebook beibringen

    Spricht man über Computerkompetenz, den Umgang mit dem Internet oder der Notwendigkeit, Programmiersprachen zu vermitteln, sind meist jüngere Generationen gemeint. Aber auch Senioren können Anschluss an das digitale Zeitalter finden, wenn sie entsprechende Angebote in Anspruch nehmen.

    Das zeigt etwa die Japanerin Masako Wakamiya vor. Die 81-Jährige nutzt nicht nur moderne Kommunikationskanäle, sondern engagiert sich auch für die Vermittlung von IT-Wissen an ihre Altersgruppe. Nun hat sie sich sogar Programmieren beigebracht, berichtet Tech in Asia.

    masako wakamiya

    Hinadan

    Ihr erstes veröffentlichtes Programm ist ein Spiel für das iPhone. Das Game heißt "Hinadan" und kann kostenlos aus dem iTunes-Store heruntergeladen werden. Spieler müssen darin traditionelle japanische Puppen in der richtigen Anordnung platzieren.

    Umgesetzt wurde es in Apples Programmiersprache Swift. Erlernt hat sie diese von einem "jungen Menschen" via Skype und den Facebook Messenger. Mit dem Projekt wollte sie ein Spiel für Senioren schaffen und ihnen zeigen, dass neue Medien Spaß machen, zitiert sie Mashable.

    Start mit 60

    Den Einstieg ins Computerzeitalter hat die "Digital-Oma" im Alter von 60 Jahren gewagt und sich seither bemüht, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Bei einem Auftritt auf einem TEDx-Event in Tokio bekräftigte sie ihre Begeisterung für moderne Technologien und die Chancen, die darin auch für ältere Menschen liegen.

    Sie selbst betreibt im Netz einen "Computerclub für Senioren". Außerdem zeigt sie, wie man etwa in Microsoft Excel Bilder und Stickmuster gestalten oder Schriftkunst in Microsoft Paint betreiben kann. Dazu dokumentiert sie ihre Reisen in einem Videolog auf Youtube und betreut auch ein digitales Archiv für persönliche Erlebnisse von Menschen, die den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit in Japan erlebt haben. Das Projekt namens Mellow Denshoukan wurde von den Vereinten Nationen ausgezeichnet.

    tedx talks

    Angebote

    In Österreich bieten Einrichtungen wie das Seniorencolleg Kurse, in denen älteren Zielgruppen Computer- und Internetkompetenz vermittelt wird. Institutionen wie das Wifi ermöglichen die Teilnahme an Schulungen für den Europäischen Computerführerschein (ECDL), die ebenfalls allen Altersgruppen offen stehen.

    Telekomanbieter A1 richtet sich mit der Initiative "Internet für Alle" sowohl an junge Menschen, als auch Senioren. Seit Herbst 2011 hat man nach eigener Angabe mehr als 8.500 Workshops zu über 20 Themen mit insgesamt 115.000 Teilnehmern veranstaltet. 58 Prozent der Teilnehmer fallen in die Altersgruppe 65+. Die ältesten Teilnehmer bisher waren 87 Jahre alt.

    Man operiert in Wien, Salzburg und Klagenfurt, dazu tourt auch ein Team acht Wochen jährlich durch Städte und Gemeinen in ganz Österreich. Laut A1 wird das Programm sehr gut angenommen, Workshops seien bereits drei Monate im Vorfeld ausgebucht.

    Lernen per App

    Kindern werden mittlerweile auch im Rahmen der Schulausbildung Grundkenntnisse im Umgang mit Computern beigebracht, mancherorts gibt es zudem freiwillige Zusatzangebote für den Einstieg ins Programmieren.

    Das Schreiben von Programmen kann man sich auch per Smartphone beibringen. Die von der TU Graz entwickelte App "Pocket Code" richtet sich etwa an Teenager und versucht, die Basics spielerisch zu vermitteln. (gpi, 4.4.2017)

    • 81 Jahre und kein bisschen leise: "Digital-Oma" Masako Wakamiya.
      foto: tedx tokyo/youtube

      81 Jahre und kein bisschen leise: "Digital-Oma" Masako Wakamiya.

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