Mossul: Irakische Armee will keine schweren Waffen mehr einsetzen

    30. März 2017, 11:50
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    Irakische Sicherheitskräfte sollen nicht mehr mit Raketen und Artilleriemunition angreifen

    Mossul – Nach dem Anstieg der Zahlen getöteter Zivilisten im Kampf um die IS-Hochburg Mossul wollen die irakischen Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben vorerst keine schweren Waffen mehr einsetzen. Das gemeinsame Operationskommando habe den Truppen einen entsprechenden Befehl erteilt, erklärte Brigadegeneral Mohammed Al-Jaburi am Donnerstag.

    Die Sicherheitskräfte sollen demnach nicht mehr mit Raketen und besonders wirksamer Artilleriemunition angreifen. Bei einer massiven Explosion vermutlich am 17. März waren im Westen Mossuls mehr als 100 Zivilisten getötet worden. Aktivisten machten dafür einen Luftangriff der US-geführten internationalen Koalition und Beschuss der irakischen Armee verantwortlich.

    Beteiligung der USA

    Die US-Armee räumte ein, wahrscheinlich an den Todesopfern beteiligt gewesen zu sein. Berichten zufolge benutzt die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) Zivilisten auch als menschliche Schutzschilde. Der neue Befehl sei als Reaktion auf diese IS-Taktik erteilt worden, erklärte Al-Jaburi weiter.

    Zuletzt hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres die irakischen Streitkräfte und die von den USA angeführte Militärkoalition aufgefordert, die Zivilisten in Mossul besser zu schützen. Der Schutz der Zivilbevölkerung müsse "absoluten Vorrang" haben, erklärte Guterres am Donnerstag bei einem Besuch im Irak.

    Die Offensive auf Mossul läuft seit Oktober. Ein Vertreter des Zivilschutzes der Stadt hatte in der vergangenen Woche erklärt, seit Beginn des Angriffs auf den Westteil der Stadt Mitte Februar seien mehr als 3.000 Zivilisten getötet worden. (APA, 30.3.2017)

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