Realistische Spielegrafik: "Die Software ist das Problem"

30. März 2017, 12:11
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Entwickler Brad Wardell sieht das Problem weniger bei der Hardware und mehr bei veralteten Engines

Bis Videospiele in Bewegung nicht mehr von der Realität zu unterscheiden ist, wird es aus technologischen wie ökonomischen Gründen wohl noch eine ganze Weile dauern. Bei Fotorealismus sieht es anders aus, meint unter anderem Brad Wardell, Chef des Spielherstellers Stardock ("Ashes of the Singularity").

"Ich denke, wir können Fotorealismus mit der aktuellen Hardware-Generation erreichen. Können wir das 'Uncanny Valley' hinter uns lassen? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn ich an ein Foto denke, dann denke ich an ein statisches Bild. Und das können wir definitiv", so Wardell, dessen Studio sehr technologiegetrieben arbeitet, gegenüber der Seite Gamingbolt. Dazu benötige es dem Entwickler zufolge keine PS5 oder welche Konsole auch immer den nächsten Zyklus einleiten wird. "Es ist für gewöhnlich die Animation oder wie das Licht mit bestimmten Materialien interagiert, die einen zweifeln lassen."

Veraltete Systeme

Das Problem bei der Erreichung neuer Grafikmeilensteine sei heute oft nicht mehr die Hardware, sondern die Software, die für die neuen Prozessoren und Grafikchips geschrieben wird. "Vieles hängt von den Engines (Spielentwicklungssoftware) ab. Die Hardware-Leute ärgern sich vermutlich oft über die Software, da heute jeder diese Engines von der Stange verwendet, die Anfang der 2000er-Jahre geschrieben wurden", sagt Wardell. "Klar wurden sie erweitert, aber sie basieren beispielsweise immer noch auf der Annahme, dass ein CPU-Kern mit einem GPU-Kern (Grafikprozessor) kommuniziert. Sie nutzen beispielsweise immer noch typische Videospiel-Belichtungstechniken, obwohl die Hardware bereits Techniken nutzen könnte, wie man sie von Filmen kennt. Es ist nur so, dass es die Software nicht erlaubt." Dem Entwickler zufolge sei realistische Spielgrafik also auch eine Frage dessen, wie schnell die Hersteller von Entwicklungssoftware mit den Fortschritten der Hardware-Hersteller gleichziehen können. (zw, 30.3.2017)

  • Zu den Spielen, die auf einen fotorealistischen Stil setzen, gehört das kommende Actionepos "Death Stranding".
    foto: kojima productions

    Zu den Spielen, die auf einen fotorealistischen Stil setzen, gehört das kommende Actionepos "Death Stranding".

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