Fertigsalate im Test: Zu viel Fett, Salz und Keime

30. März 2017, 11:31
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Der Verein für Konsumenteninformation bewertete zwei von elf Proben wegen erhöhter Keimzahlen als weniger beziehungsweise nicht zufriedenstellend

Wien – Fertigsalate mit Wurst, Nudeln oder Getreide enthalten häufig zu viel Salz. Einige Produkte sind zudem auch noch wahre Fettbomben. Das hat ein Test für das Magazin "Konsument" ergeben. Der Verein für Konsumenteninformation hat dafür zwei Wurst-, sechs Nudel- und fünf Getreidesalate untersucht.

Das Angebot an Convenience-Produkten dieser Art in Supermärkten und Bäckereien wird immer breiter. Bei einer Markterhebung zählten die Konsumentenschützer rund 140 solcher Erzeugnisse. Den Nährstoffgehalt haben sie nach dem Ampelsystem der britischen Lebensmittelbehörde FSA bewertet.

Das Ergebnis: Alle Hersteller haben laut VKI zu tief ins Salzfass gegriffen, am meisten beim Wurst- und Nudelsalat von Anker sowie beim Cous-Cous-Salat der Bäckerei Ströck. "In diesen drei Produkten stecken pro Portion mehr als vier Gramm Salz", kritisieren die Tester. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen Richtwert von sechs Gramm pro Tag, die Weltgesundheitsorganisation weniger als fünf Gramm.

Fett und Zucker

Manche Salate sind laut VKI wahre Fettbomben. Dass ein Wurstsalat kein Diätessen ist, versteht sich zwar von selbst, doch 45 Gramm Fett bei Radatz und fast 40 Gramm bei Anker haben die Tester dann doch überrascht. Auch der Nudelsalat von Billa Freshy und der Couscous-Salat von Just veg! (Hofer) waren mit über 35 beziehungsweise 31 Gramm Fett pro Portion alles andere als mager.

Fast kein Salat war frei von Konservierungsstoffen, die meist in Zutaten wie Wurst oder Essiggurkerln stecken. Einige enthalten eine Menge Zucker – bis zu vier Würfel pro Portion. "Am meisten davon fanden wir im Nudelsalat von Saladinettes (Lidl) und im Getreidesalat von Weight Watchers", heißt es vonseiten des VKI.

Problematische Keimbelastung

Die von den Konsumentenschützern ausgewählten Salatproben wurden sofort nach dem Einkauf mit dem Kühlwagen ins Untersuchungslabor transportiert und dort unter idealen Bedingungen bis zum Erreichen der auf der jeweiligen Verpackung angegebenen Mindesthaltbarkeit gelagert. Sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht war, wurde jeder Salat organoleptisch, also mit den Augen, der Nase und dem Gaumen, überprüft und danach mikrobiologisch auf Keime untersucht.

Bei der mikrobiologischen Untersuchung patzten zwei Salate bei Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums: Der mediterrane Nudelsalat von Anker wies "einen stark erhöhten Keimgehalt" auf. Im Grünkernsalat von Spar Enjoy war der Keimgehalt bereits überhöht. "Nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet", lautet das Urteil der Tester. "Lange Transportwege nach dem Einkauf verschlechtern die Qualität. Grundsätzlich sollte Fertigsalat ausreichend gekühlt – etwa bei vier Grad Celsius – und nach dem Einkauf möglichst bald verbraucht werden", rät VKI-Ernährungswissenschafterin Nina Siegenthaler.

Spar verweist in einer Stellungnahme auf eigene Kontrollen, die immer unauffällig gewesen seien. Das Testergebnis sei aber Anlass für Maßnahmen, damit die "Konsument"-Kritik "eine einmalige Ausnahme bleibt". Bei den übrigen elf Produkten gab es hier nichts zu meckern. Das Fazit: Sieben Produkte wurden als "gut", vier als "durchschnittlich" und je ein Fertigsalat als "weniger" beziehungsweise "nicht zufriedenstellend" bewertet. (red, APA, 30.3.2017)

  • Der Vorteil von selbst zubereiteten Salaten: Man weiß, was drinnen ist.
    foto: apa/ap/melissa d'arabian

    Der Vorteil von selbst zubereiteten Salaten: Man weiß, was drinnen ist.

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