Spieleerfinder will Browserverlauf von US-Politikern kaufen

30. März 2017, 09:32
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"Cards Against Humanity"-Miterfinder Max Temkin will sich für die Lockerung des Datenschutzes durch den US-Kongress revanchieren

Die Entscheidung des US-Kongresses, Datenschutz-Regelungen der Telekombehörde FCC außer Kraft zu setzen, sorgt weiterhin für heftige Kritik. Jetzt hat sich Max Temkin, Erfinder des Kartenspiels "Cards Against Humanity", mit einem kreativen Racheplan zu Wort gemeldet. Er will den US-Abgeordneten am eigenen Leib zeigen, welche Konsequenzen aus ihrem Plan erwachsen. Wie berichtet stimmten sowohl Senat als auch Repräsentantenhaus dafür, Providern nicht mehr länger den Verkauf und die Nutzung von Browserdaten ihrer Kunden zu verbieten.

Publikation der Daten

Temkin hat nun vor, die Daten der Kongressabgeordneten zu kaufen, die für die Abschaffung der Datenschutzregeln gestimmt haben. Diese sollen dann veröffentlicht werden. Dadurch würde jeder Bürger erfahren, welche Webseiten sein Abgeordneter besucht hat.

Viele Unklarheiten

Über Temkins Plan schweben freilich noch viele Fragezeichen, wie er selbst auf Reddit anmerkt. So ist unklar, welche Daten von Providern tatsächlich zum Verkauf angeboten werden. "Wir wissen nicht, ob es Daten zu kaufen gibt, wann, welche, wie das funktioniert", sagte Temkin. Er warnte vor Kickstarter und GoFundMe-Projekten, die Geld für den Erwerb der Browserdaten sammelten. Klüger sei es laut Temkin, Datenschützern wie der Electronic Frontier Foundation Geld zu überweisen. Er selbst verspreche jedenfalls, Daten der Kongressabgeordneten zu kaufen, sobald sie verfügbar seien. (red, 30.3.2017)

  • Bringt Spieleerfinder Temkins mehr Transparenz ins Kapitol? Er will die Browser-Daten von Abgeordneten kaufen und publizieren
    foto: ap/applewhite

    Bringt Spieleerfinder Temkins mehr Transparenz ins Kapitol? Er will die Browser-Daten von Abgeordneten kaufen und publizieren

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