"Persona 5"-Kritiken: "Der neue Goldstandard für japanische Rollenspiele"

    Presseschau30. März 2017, 10:55
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    Die ersten Testberichte sind voll des Lobes für den fünften Teil der Serie

    Die Zeit, in der japanischen Rollenspiele den Videospielmarkt diktierten, mag schon lange vorbei sein, dennoch sorgt das eine oder andere Highlight auch im Westen immer wieder für Aufsehen. Darf man den Lobeshymnen der Fachpresse glauben, ist Hersteller Atlus mit dem mehrfach verschobenen "Persona 5" ein absolutes Vorzeigewerk gelungen, das gleichzeitig frischen Wind ins JRPG-Genre bringt und an den traditionellen Spielmechaniken festhält.

    Teenager werden Helden

    "Persona 5" versetzt Spieler in die Rolle eines scheinbar schüchternen Teenagers, der sich im Schulwesen und der Reizüberflutung Tokios zurechtfinden muss. Man kann im simulierten Großstadtleben gewöhnlichen Aufgaben und Nebenjobs nachgehen und die Hochs und Tiefs einer Clique meistern. Doch unter dem Deckmantel der Normalität schlummert eine verborgene Seite: Der Protagonist sowie dessen Freunde bergen noch eine übernatürliche Persönlichkeit in sich, die sie im fünften Teil der Serie zu modernen Robin Hoods macht und auf die Jagd nach Kriminellen schickt.

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    Trailer zu "Persona 5"

    Wie ein spannender Roman

    "Wenn die ersten stunden in 'Persona 5' wie der Anfang eines riesigen Romans ist, dann sind die finalen Stunden wie die letzten Seiten in einem Buch – inklusive des bittersüßen Gefühls, die letzte Seite umzuschlagen", schreibt die Seite GameInformer.

    Ähnlich ergeht es auch dem Rezensenten von IGN: "Mit mehr Möglichkeiten denn je und der bislang besten Geschichte der Serie sticht 'Persona 5' als außergewöhnliches und eines der tiefschürfendsten JRPGs der vergangenen Dekade heraus. Es ist eine absolute Freude das erstklassige Dungeon-Design und die stilvolle, vollständig zum Leben erweckte Welt zu entdecken und selbst nach drei Durchgängen reizt es mich zurückzukehren, um die anderen Dialogpfade auszuprobieren und die besonders unterhaltsamen Puzzles erneut zu spielen. Das ist ein neuer Goldstandard für japanische Rollenspiele."

    Tradition und Innovation

    Bei den mehr als 100 stunden Spielzeit sollten sich Fans auf klassische Rundenstrategie und jede Menge schräger Charaktere einstellen. "In einer Ära, in der manche befürchtet haben, dass traditionelle JRPGs nicht mit den lebendigen Welten der westlichen Rollenspiele mithalten können, belehrt uns 'Persona 5' eines Besseren", schreibt VG247. "Es sagt: Nein, es ist in Ordnung, rundenbasierte Kämpfe zu haben, sofern man sie schnell und unterhaltsam gestaltet. Es ist okay, mit Anime-Archetypen zu spielen, wenn man eine überzeugende Geschichte um sie herum erzählt. Es ist okay, wenn man den inhaltlichen Fokus schärft, wenn man dafür umso mehr Sorgfalt bei der Umsetzung walten lässt. Es ist okay, traditionell zu sein – so lange diese Tradition voller Ambition und Vision ist. 'Persona 5' hat all das und noch mehr zu bieten."

    Merkwürdiges Personenbild

    Die Rezension der britischen Seite Eurogamer ist ebenso voll des Lobes für das für Genrefans "essentielle" Spiel. Der einzig negative Beigeschmack sei die holprig gelungene Übersetzung aus dem Japanischen ins Englische sowie der Einsatz von Stereotypen, die speziell bei den wenigen homosexuellen und transsexuellen Charakteren zum Tragen kommen. "'Persona 5' setzt die merkwürdige Beziehung der Serie zu homosexuell gezeichneten Charakteren fort. Obwohl es ein Spiel über Teenager ist, die die Wahrheit über sich selbst herausfinden und mit sozialen Konventionen brechen, um frei von Angst zu leben, findet man keine explizit homosexuelle Person in dem Spiel. Nun, das stimmt nicht ganz: Eine Bar im Rotlichtviertel wird scheinbar von einer Dragqueen betrieben. Und ich bin erleichtert darüber, dass sie weitgehend respektvoll dargestellt wird und nicht zur Pointe verkommt. Das gleiche kann leider nicht über zwei modebewusste Männer gesagt werden, denen man immer wieder über den Weg läuft. Sie verkörpern jedes negative Stereotyp, das man sich vorstellen kann", schreibt Eurogamer.

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    Story-Trailer zu "Persona 5"

    Befriedigendes Erlebnis

    Abseits dieser Schwächen sei "Persona 5" jedoch ein überaus befriedigendes Werk, meint GameInformer. "Nach 100 Stunden waren all meine Fragen beantwortet. Ich verstand die Charaktere, ich kenne mich aus in dieser Welt und fast jeder meiner Schritte in diesem Abenteuer hat mir Freude bereitet. Umso mehr man es spielt, desto mehr wird man zum Bewohner dieses Universums." (zw, 30.3.2017)

    In Japan ist "Persona 5" bereits erschienen, in Europa kommt es am 4. April ab 12 Jahren für PS3 und PS4 auf den Markt.

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      bild: persona 5
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