Verschollene litauische Unabhängigkeitserklärung in Berlin gefunden

30. März 2017, 05:33
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Historiker: Kopie in Archiven des Auswärtigen Amts entdeckt

Vilnius/Berlin – Eine Originalabschrift der lange verschollenen Unabhängigkeitserklärung Litauens ist offenbar in Berlin wieder aufgetaucht. Der litauische Historiker Liudas Mazylis veröffentlichte am Mittwoch ein Foto des Dokuments aus dem Jahr 1918. Nach eigenen Angaben hat er es in den Archiven des deutschen Auswärtigen Amtes entdeckt.

Die Erklärung, die die Unabhängigkeit des Baltenlandes von Russland nach dem Ersten Weltkrieg besiegelt, stammt vom 16. Februar 1918. In Litauen wurde der Fund mit Begeisterung aufgenommen. "Eine Version auf Litauisch mit allen 20 Originalunterschriften befand sich neben der deutschen Version in derselben Kladde", sagte Mazylis der Nachrichtenagentur AFP.

"Freudige Nachricht"

Präsidentin Dalia Grybauskaite sprach in einer Erklärung von einer "sehr freudigen Nachricht" mit Blick auf die Feiern zum hundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes. Sie gehe davon aus, dass es sich um eine seltene Kopie der auch als "Gesetz vom 16. Februar" bekannten Erklärung handle. Außenminister Eimutis Misiunas freute sich über einen "historischen Tag für jeden Patrioten". Das Auswärtige Amt sprach von einer "schönen Nachricht für unsere litauischen Freunde".

Die litauische Unternehmensgruppe MG Baltic hatte vor einem Monat demjenigen eine Million Euro versprochen, der das Dokument wiederfindet. Mazylis sagte nun, er habe nicht aus finanziellen Gründen nach der Urkunde gesucht.

Litauen wurde im Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion annektiert. Bis zu seiner erneuten Unabhängigkeit im Jahr 1990 war das Land Sowjetrepublik. (APA, 30.3.2017)

  • Das Dokument vom 16. Februar 1918 wurde in Archiven des Auswärtigen Amts gefunden.
    foto: liudas mazylis

    Das Dokument vom 16. Februar 1918 wurde in Archiven des Auswärtigen Amts gefunden.

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