BZ509: Ein Geisterfahrer im Sonnensystem

2. April 2017, 14:26
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Drei-Kilometer-Brocken bewegt sich entgegen der üblichen Flugrichtung – und kreuzt dabei die Bahn des Jupiter

London/Ottawa – Ein kleiner Asteroid kreuzt als kosmischer Geisterfahrer seit mindestens einer Million Jahren die Bahn des Riesenplaneten Jupiter. Der rund drei Kilometer große Brocken hat in unserem Sonnensystem schon etwa tausend Runden entgegen der üblichen Flugrichtung zurückgelegt, wie Forscher um Paul Wiegert von der Universität von West-Ontario im kanadischen London im Fachblatt "Nature" berichten. Der erst 2015 entdeckte Asteroid hat dabei nicht nur eine Kollision mit dem Riesenplaneten vermieden, er ist auch den etwa 6.000 anderen Asteroiden in dessen Gefolge nicht in die Quere gekommen.

Fast alle Objekte unseres Sonnensystems kreisen in derselben Richtung wie die Erde um die Sonne. Nur etwa 100 der ungefähr eine Million bekannten Asteroiden ziehen ihre Bahn entgegen der üblichen Richtung. Der jetzt untersuchte Asteroid mit der Katalognummer 2015 BZ509 ist jedoch der einzige, der dies nahe der Bahn eines großen Planeten tut.

Das geht sogar noch länger gut

Die Schwerkrafteinwirkung des Gasriesen sollte so einen Geisterfahrer über kurz oder lang einfangen oder aus der Bahn befördern. Überraschenderweise zeigen die Berechnungen der Astronomen jedoch, dass die gegenläufige Bahn von BZ509 nicht nur seit mindestens einer Million Jahren stabil ist, sondern dies auch noch für mindestens eine weitere Million Jahre sein wird.

"Relativ nahe Begegnungen mit Jupiter finden zweimal während jedes Orbits statt, aber eine innerhalb und die andere außerhalb von Jupiters Umlaufbahn, sodass sich die Störeffekte von Jupiter bemerkenswerterweise gegenseitig auslöschen", erklärt Ko-Autor Martin Connors von der kanadischen Athabasca-Universität das ungewöhnliche Phänomen. (APA, red, 2.4.2017)

  • Dieser Kurs sieht nicht so aus, als würde er lange gutgehen – aber vorerst sind keine Probleme für BZ509 zu erwarten.
    illustration: western university (canada), athabaskan university, large binocular telescope observatory

    Dieser Kurs sieht nicht so aus, als würde er lange gutgehen – aber vorerst sind keine Probleme für BZ509 zu erwarten.

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