Breitenecker: Auch mit ATV "sind wir Zwerge gegen den ORF"

Interview30. März 2017, 09:00
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ProSiebenSat1Puls4-Chef Breitenecker erklärt, wie die größte Privatfernsehgruppe Österreichs ATV übernehmen kann

STANDARD: Was ist denn Ihre Lieblingssendung auf ATV – bisher?

Breitenecker: Die Berichterstattung am Wahltag habe ich immer sehr gut gefunden und respektvoll beobachtet, was die Kollegen dort vorgelegt haben.

STANDARD: Gibt es ein Format auf ATV, das Sie gern auf Puls 4 gehabt hätten?

Breitenecker: Eine unmoderierte Wahlkonfrontation war eine exzellente Idee. Das Ergebnis war nicht die Schuld von ATV, sondern der Kandidaten.

STANDARD: Das heißt, wir dürfen mit weiteren unmoderierten Wahlkonfrontationen auf ATV unter den neuen Eigentümern rechnen?

Breitenecker: Das funktioniert nur beim ersten Mal. Aber ich würde nichts ausschließen.

foto: apa/georg hochmuth
Markus Breitecker und eine typische Handbewegung, nicht nur für die ATV-Übernahme. Hier: 2016 bei den Österreichischen Medientagen.

STANDARD: Was haben Sie mit ATV vor? Wie stimmen Sie die österreichischen Programme ATV, Puls 4 und ATV 2 aufeinander ab? Bisher ist keiner dieser Kanäle ganz klar positioniert.

Breitenecker: Wir haben einen Plan, aber den wollen wir erst mit den Kollegen von ATV präzisieren. Klar ist: Wir werden ATV, Puls 4 und ATV 2 komplementär programmieren. Wir werden uns nicht weiter gegenseitig konkurrenzieren, sondern unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Mit einem ausgeklügelten, komplementären Gesamtprogramm – und auf Augenhöhe mit ORF 1, ORF 2 und ORF 3.

STANDARD: In der Breite wie der ORF?

Breitenecker: Wir konzentrieren uns bei allen Sendern auf die unter 50-Jährigen. Beim Publikum über 50 wird der ORF der Platzhirsch bleiben.

STANDARD: Wie wäre es mit: ATV wird eher männlich-sportlich, Puls 4 eher weiblich, ATV 2 ein bisschen anspruchsvoller?

Breitenecker: Das würde ich gerne mit den Kollegen erarbeiten.

STANDARD: Im Behördenverfahren zur ATV-Übernahme gab es nach unseren Infos Ideen, andere Medienhäuser an ATV 2 zu beteiligen.

Breitenecker: Ich habe das nur gelesen. Im Verfahren war das kein Thema. Uns ist auch ATV 2 wichtig. Das gehört zur Flotte und wird es weiter geben.

STANDARD: Im Alleineigentum von ProSiebenSat1Puls4?

Breitenecker: Ich will nicht für alle Ewigkeit ausschließen, dass wir bei einem Sender wie ATV 2 auch andere Gesellschafter hineinnehmen könnten. Aber es gibt keine konkreten Pläne oder Gespräche dazu.

STANDARD: Haben Sie einen Wunschpartner für den Fall des Falles?

Breitenecker: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht.

STANDARD: Was kosten ATV und ATV 2 eigentlich? Kolportiert werden 20 bis 24 Millionen Euro.

Breitenecker: Der Kaufpreis war nicht das Entscheidende. Das Entscheidende bei der Transaktion war: Wie viel Geld müssen wir einsetzen, also von unseren Budgets freimachen, um ATV zu sanieren?

STANDARD: Aber Eigentümer Herbert Kloiber (Tele-München-Gruppe) hat Ihnen ATV und ATV 2 nicht geschenkt.

Breitenecker: Das kann ich bestätigen.

STANDARD: Noch ein Versuch: Wie viel kosten ATV und ATV 2?

Breitenecker: Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart.

foto: apa/georg hochmuth
Hände hoch: Markus Breitenecker 2015.

STANDARD: Und was kostet es, ATV zu sanieren? Sofern man ATV sanieren muss – der bisherige Eigentümer hatte ja auch Vorteile aus Programmverkäufen und womöglich steuermindernde Verluste.

Breitenecker: ATV ist ein wirtschaftlicher Sanierungsfall, trotz wirklich guter Quoten, vor allem in der Primetime. Wir müssen versuchen, den Sender in einem vernünftigen Zeitraum erstmals in die Gewinnzone zu bringen. Das ist unsere Herausforderung.

STANDARD: Wie lange wird das dauern? Innerhalb der sechs Jahre, für die die Wettbewerbsbehörden Auflagen erteilt hat?

Breitenecker: Das muss schneller gehen.

STANDARD: Drei Jahre?

Breitenecker: Es sollte maximal drei Jahre dauern.

STANDARD: Das heißt, Sie werden sich bei ATV von einigen Mitarbeitern trennen müssen?

Breitenecker: Wir können erst in den Sender, wenn der Kauf vollzogen ist. Da wir auch erst dann mit den Kollegen sprechen können, beantworten wir diese Frage später.

STANDARD: Aber es gab schon Gespräche mit der Gewerkschaft dazu.

Breitenecker: Wir sind die ganze Zeit in gutem Kontakt mit der Gewerkschaft – aber keinem konkreten.

STANDARD: Wie viel Geld braucht es zur Sanierung?

Breitenecker: Einen Millionenbetrag, der sogar noch über dem Kaufpreis liegen könnte. Daher werden wir auch unsere Partner, Kunden und Lieferanten bitten, uns bei der Sanierung zu helfen.

STANDARD: Gibt es Abnahmedeals mit dem Verkäufer, der Tele-München-Gruppe Herbert Kloibers?

Breitenecker: Wir haben auch einen Content-Deal vereinbart.

STANDARD: Auch mit ProSieben Deutschland?

Breitenecker: Zu weiteren Details bitte ich um Verständnis, dass wir auch darüber Stillschweigen vereinbart haben.

STANDARD: Die Wettbewerbsbehörde hat ProSiebenSat1Puls4 an die sechs Seiten Auflagen erteilt für die ersten sechs Jahre nach dem Kauf – von Vorgaben über österreichische Produktionen, über Budgets, über Redakteure und Nachrichtenminuten, über Personal und die Eigenständigkeit gegenüber ProSiebenSat1Puls4. Welche Auflage ist denn aus Ihrer Sicht die mühsamste?

Breitenecker: Ich würde nicht von mühsam sprechen. Im Bereich Medienvielfalt gibt es eine Reihe von Auflagen, die für uns eine Herausforderung waren. Wir waren da an der Grenze des – in unserem Sanierungskonzept – wirtschaftlich noch Darstellbaren. Wir haben zum Beispiel eine Garantie dafür abgegeben, dass die ATV-Redaktion bestehen bleibt, mit einer festgelegten Mitarbeiterzahl, mit einem Mindestumfang der "ATV Aktuell" an sieben Tagen pro Woche, und dass nicht die "Puls-4-News" einfach durchgeschaltet werden. Wir fahren also die nächsten Jahre mit zwei Redaktionen. Das muss übrigens der hochsubventionierte ORF nicht tun, der einen gemeinsamen Newsroom über alle Medien plant.

STANDARD: Wie haben Sie denn die Wettbewerbsbehörden dazu gebracht, die Übernahme zu genehmigen, ohne ein Kartellgericht einzuschalten?

Breitenecker: Wir haben hier mit einer großen Zahl von Behörden gearbeitet – Bundeswettbewerbsbehörde, Wettbewerbskommission, Bundeskartellanwalt und Medienbehörde. Da gab es sehr intensive, aber auch sehr konstruktive Diskussionen. Wir haben versucht, diesen ganzen Markt zu erklären – über das hinaus, was da etwas oberflächlich in den konkurrierenden Printmedien verbreitet wurde. Wir konnten viel Überzeugungsarbeit leisten, dass ATV aus dem Markt ausgeschieden wäre, wenn wir den Sender nicht in unsere Gruppe aufnehmen. Das ist definitiv schlechter für die Medienvielfalt, als wenn ATV bei uns integriert wird, aber gleichzeitig zwei Redaktionen eigenständig bestehen bleiben.

STANDARD: Nun haben ein paar andere Medienhäuser, die geringere bis sehr geringe Präsenz im Fernsehgeschäft als Ihre Gruppe haben, ebenfalls Interesse bekundet, ATV zu übernehmen. Bei denen wäre das – wenn man den Fernsehmarkt betrachtet – kartellrechtlich noch weit unproblematischer gewesen.

Breitenecker: Ich habe nur von Interessenbekundungen und Ankündigungen gelesen, auch im STANDARD. Aber uns ist in diesem Verfahren weder direkt noch indirekt ein Angebot gezeigt worden. Ich gehe davon aus, dass es keine anderen verbindlichen Angebote gegeben hat. Interesse kann man auch über Twitter bekunden.

STANDARD: Was "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand getan hat – und was Herbert Kloiber sehr aufgeregt haben soll.

Breitenecker: Davon weiß ich nichts.

STANDARD: Nach unserem Wissensstand gab es bis hin zu Zahlungsplänen ausformulierte Kaufangebote an den Verkäufer.

Breitecker: Mir ist keines zu Gesicht gekommen, ich weiß von verbindlichen Angeboten nichts.

STANDARD: Sie sagen: ProSiebenSat1Puls4 sei derzeit nicht marktbeherrschend und würde das auch nicht durch die ATV-Übernahme. Warum dann das ganze Wettbewerbsverfahren?

Breitenecker: Ich kann berichten, was wir mit den Behörden diskutiert haben: Ab 30 Prozent Marktanteil wird eine Marktbeherrschung vermutet. Das haben wir. Das bedeutet: Wir müssen zeigen, dass wir den Markt nicht beherrschen.

STANDARD: Und wie tun Sie das?

Breitenecker: Wir sind zwar im Zuschauermarkt und im Werbemarkt stark. Aber logischerweise muss man sich – neben vielen anderen Parametern – den Gesamtumsatz der relevanten Player anschauen. Da zeigt sich: Der ORF liegt bei den Subventionen mit 600 Millionen Euro Rundfunkgebühren pro Jahr weit vor uns, und er kommt insgesamt auf eine Milliarde Umsatz. Wir erreichen – laut STANDARD-Schätzung – rund 140 Millionen Euro und ATV 35 Millionen Euro. Das heißt, selbst zusammen sind wir Zwerge gegen das Ein-Milliarden-Unternehmen ORF. Wir sind da nur in einer Aufholfusion, um endlich einen Markt zu erzeugen, und behindern nicht etwa den Wettbewerb. Bei den unter 50-jährigen Zuschauern versuchen wir in Zukunft auf Augenhöhe mit dem ORF zu kommen, vielleicht kommen wir leicht vor den ORF. Bei den Werbeerlösen kann es ähnlich sein.

STANDARD: So bescheiden hat man Sie noch nicht oft erlebt.

Breitenecker: Aber wir müssen mit diesen Umsätzen die gesamten Programme bestücken, während der ORF dafür eine Milliarde hat. Das war unter vielen Argumenten ein wichtiges, um die Bundeswettbewerbsbehörde, den Bundeskartellanwalt, die Wettbewerbskommission und die Medienbehörde zu überzeugen, dass das mit gewissen Auflagen genehmigungsfähig ist – weil die Vermutung einer marktbeherrschenden Stellung nicht eintritt.

STANDARD: Wenn ProSiebenSat1Puls4 plus ATV nicht marktbeherrschend wäre, hätte es die Auflagen für den Deal nicht gebraucht.

Breitenecker: Die Vermutung einer Marktbeherrschung ist legitim. Es ist unbestritten, dass wir einen hohen Zuschauer- und dadurch auch Werbemarktanteil haben. Daher mussten wir erklären, warum wir nicht marktbeherrschend sind – denn nach den Marktanteilszahlen wäre das ja zu vermuten. Aber man kann nicht nur den Werbe- und Zuschauermarkt heranziehen, sondern muss sich auch die Gesamtumsatzsituation anschauen, also auch die Subventionen berücksichtigen, sprich: die Rundfunkgebühren. Es geht immer um die Frage: Wer hat mehr Geld, um sich teures Programm zu leisten? Also ist der Zusammenschluss ein Schritt hin zu einem funktionierenden Markt.

STANDARD: Der Schuhlöffel für das Verfahren war also – neben den Auflagen – die Argumentation mit den Gesamtumsätzen?

Breitenecker: Richtig. Das war neben anderen ein wesentliches Argument.

STANDARD: Mit seinen Einnahmen finanziert der ORF aber etwa auch seine 13 Radioprogramme.

Breitenecker: Die finanziert Ö3 mit seinen Werbeeinnahmen.

STANDARD: Nicht ganz, und die Bundesländerradios sind da auch nicht eingerechnet.

Breitenecker: Aber grob stimmt die Kalkulation. Ich weiß, dass der ORF zum Beispiel zwei Drittel der Rechtekosten für die Champions League aus Gebühren zahlt. Wenn ein Unternehmen für die Champions League Werbeeinnahmen und Gebühren einsetzen kann, ist klar, wer sie sich eher leisten kann. Das muss man berücksichtigen bei der Frage, ob durch einen Zusammenschluss eher ein Markt entsteht oder ob dadurch der Markt behindert wird.

foto: apa/georg hochmuth
Hände hoch: Breitenecker 2011, ebenfalls bei Österreichischen Medientagen.

STANDARD: Die Angebotsfrist für die Champions League ab 2018/19 läuft gerade.

Breitecker: Die können wir uns jetzt nicht mehr leisten. Das ist der Nachteil.

STANDARD: Das heißt: kein Gebot für die Champions League und in der Folge für die Europa League?

Breitenecker: Wir werden kein Gebot abgeben oder eines, das deutlich unter unseren bisherigen Angeboten liegt. Wir müssen jetzt das Geld für die Sanierung von ATV aufwenden.

STANDARD: Würde solches Premiumprogramm nicht etwa auch ATV helfen?

Breitenecker: Das wäre ein Traum. Aber leider völlig illusorisch – in ganz Europa übrigens: Die öffentlich-rechtlichen Anstalten schwimmen im Geld. Und immer stärker kommt Pay-TV ins Spiel. Die großen Sportrechte sind für wirtschaftlich agierende, nichtsubventionierte Medienunternehmen, die keinen Verlust machen dürfen, schlicht nicht mehr leistbar.

STANDARD: Das heißt, österreichische Bundesliga interessiert Sie auch nicht? Auch die TV-Rechte werden in den nächsten Monaten ausgeschrieben.

Breitenecker: Die interessiert uns natürlich. Aber wir können sie uns schlicht nicht leisten, weil wir jetzt andere Prioritäten haben. Und wir glauben nicht, dass wir gegen einen subventionierten Anbieter mit sehr, sehr viel Geld eine Chance haben.

STANDARD: Sie liefern Jahr für Jahr sehr ordentliche Ergebnisse, laut Firmenbuch 22 bis an die 27 Millionen Euro, und Überschüsse von zuletzt 20 Millionen Euro. Wie werden die Werte nach dem ATV-Kauf aussehen? Womöglich vorübergehend unter null?

Breitenecker: Nein. Unser Ziel ist, möglichst schnell mit ATV Break-even zu machen, binnen zwei bis drei Jahren. Und sobald wir das haben, fahren wir weiter mit unseren Renditen.

STANDARD: Und in den zwei, drei Jahren?

Breitenecker: Es darf auf keinen Fall unter null gehen.

STANDARD: Der Generaldirektor des ORF hat zur Ankündigung der Übernahme vom "ATV-Anschluss an deutschen P7-Konzern" getwittert.

Breitenecker: Grundsätzlich verwundert mich gestrige, nationalistische Argumentation, wenn EU-Unternehmen als böse ausländische Konzerne dargestellt werden, die den Markt übernehmen. Man kann doch nur froh sein, wenn hier möglichst viele Investoren investieren und eine möglichst hohe Wertschöpfung entsteht. Es kann ja nicht darum gehen, wo in Europa der Ultimate Owner zu Hause ist. Wir haben einerseits einen Konkurrenzkampf gegen die US-amerikanischen Konzerne. Auf der anderen Seite sollten wir uns in Europa als eine Wirtschafts- und Werteeinheit sehen. Und rein formaljuristisch gehörte ATV bisher einem deutschen Unternehmen, der Tele-München-Gruppe, und kommt nun in den Besitz eines österreichischen Unternehmens, ProSiebenSat1Puls4.

STANDARD: Eigentümer der Tele München ist bisher der Österreicher Herbert Kloiber, ProSiebenSat1Puls4 gehört dem Münchner Konzern ProSiebenSat1. Ihre Perspektive für die Aufteilung des TV-Markts in Österreich lautet nun: ProSiebenSat1Puls4 beherrscht den Markt beim Unter-50-Publikum, der ORF jenen des Publikums 50 plus?

Breitenecker: Ja, zumindest unser Schwerpunkt liegt dort – aber die Marktbeherrschung muss ich zurückweisen: Wir sind kein Marktbeherrscher.

STANDARD: Hat es sie nicht gewundert, dass ein so relevanter Deal für den TV-Markt wie die Übernahme von ATV keinem Kartellgericht vorgelegt wurde – wenn man bedenkt, dass die Wettbewerbsbehörde etwa schon den Zusammenschluss der Bundesländer-Frauenmagazine von Styria und Moser Holding vor ein Gericht brachte? Hat Sie das überrascht?

Breitenecker: Ich war positiv überrascht von der Ernsthaftigkeit und Konstruktivität der Behörden, auch im Zusammenspiel untereinander. Die Behörden haben sich sehr intensiv damit beschäftigt, sie haben nicht leichtfertig oder schnell agiert und uns schon gar nicht durchgewunken. Bei den Auflagen sind sie an die Grenze des Zumutbaren gegangen. Aber die Behörden haben gesehen, dass hier eindeutig ein Sanierungsfall vorliegt – und dass ATV ein monate- oder sogar jahrelanges Kartellverfahren nicht überlebt hätte.

STANDARD: Weil der Eigentümer keine Lust mehr hatte, nicht mehr bereit war, ATV so weiterzuführen.

Breitenecker: Weil der Eigentümer das klar kommuniziert hat. Insofern geht es um die Rettung des Senders und der Marke. Wir wollen diese beiden Sender fortführen und wieder stark machen, in die schwarzen Zahlen bringen. Das zählt natürlich bei der Argumentation, ob man das in eine ewige Prüfung schickt, die bedeutet, der Sender geht insolvent.

STANDARD: Ist es mit diesen Auflagen möglich, den Sender in zwei, drei Jahren in die schwarzen Zahlen zu bringen?

Breitenecker: Sonst hätten wir nicht zugestimmt. Sie sind knapp an der Grenze – also: gerade mal ja.

STANDARD: Wer ist eigentlich der Treuhänder, der über die Einhaltung der Auflagen und möglichen Änderungsbedarf wacht, wenn sie etwa die Sanierung behindern?

Breitenecker: Wir haben einen Vorschlag gemacht, die Behörden prüfen den nun in Abstimmung untereinander.

STANDARD: Wer ist das?

Breitenecker: Das steht noch nicht fest.

STANDARD: Warum sind in den Auflagen selbst die Mindestminutenzahlen für ATV-Nachrichten pro Tag als vertraulich geheimgehalten? Das provoziert den Verdacht, dass es nicht so viele sein könnten.

Breitenecker: Da ist nichts verdächtig – Treuhänder und kontrollierende Behörde kennen die Daten ja. Wir haben eher wegen der aufgeheizten medialen Begleitmusik gebeten, das zu schwärzen.

STANDARD: Und wie viele Nachrichtenminuten sind es pro Tag?

Breitenecker: Ich kann vertrauliche Vereinbarungen mit der Behörde nicht hier offenlegen.

STANDARD: Wann wird die Übernahme abgeschlossen? Noch prüft ja die Medienbehörde.

Breitenecker: Vor Ostern ist unsere Hoffnung.

STANDARD: Wie wird die Gruppe eigentlich künftig heißen? ProSiebenSat1Puls4ATV?

Breitenecker: Der Name bleibt jetzt einmal ProSiebenSa1Puls4.

STANDARD: Diskriminiert das nicht ATV?

Breitenecker: Nein, das sehen wir nicht so. ATV wird unter der Dachmarke ProSiebenSat1Puls4 ein vollwertiger und für uns besonders wichtiger Sender sein. (Harald Fidler, 30.3.2017)


Update: Die Medienbehörde gab am Donnerstag ihr Okay zur Übernahme von ATV durch ProSiebenSat1Puls4 – mehr hier.

Markus Breitenecker (48), Jurist, baute ab 1997 die größte Privatfernsehgruppe in Österreich auf – zunächst mit einem Werbefenster für Österreich auf ProSieben.

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