Vamed hat keine Angst vor Brexit

29. März 2017, 17:10
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Gesundheitskonzern steigt in britischen Reha-Markt ein

Wien – Die auf Planung, Errichtung und Betrieb von Spitälern spezialisierte Vamed rechnet sich gute Chancen aus, in Großbritannien trotz bevorstehendem Brexit gute Geschäfte machen zu können. Das Unternehmen, das mit der Errichtung und dem Betrieb des Wiener AKH bekannt geworden ist, hat sich an einer Tochter des Klinikbetreibers Circle Health beteiligt und ist in den britischen Rehabilitationsmarkt eingetreten.

Erstes Projekt ist das Circle Reading Hospital – ein Akutkrankenhaus nahe London, wo Vamed eine Abteilung mit 22 Reha-Betten aufgebaut hat. Die Inbetriebnahme erfolgte vergangene Woche.

"Wir wollen auf vier Reha-Einheiten kommen," sagte Vorstandschef Ernst Wastler bei der Bilanzpräsentation am Mittwoch. NHS, das staatliche britische Gesundheitssystem, will heuer die Suche nach Partnern zum Aufbau von Rehabilitationszentren starten. Wastler: "Wir bewerben uns."

Höhere Investitionen erwartet

Der Brexit, das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, berge zwar ein gewisses Risiko; dennoch geht Wastler davon aus, dass die Investitionen in den Gesundheitssektor unbeschadet des Ausgangs der Brexit-Verhandlungen zunehmen werden.

Vamed hat 2016 mit 1,96 Milliarden Euro (plus 19 Prozent) einen Auftragsrekord verzeichnet und mit 1,16 Milliarden Euro (plus fünf Prozent) den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte ausgewiesen. Der operative Gewinn (Ebit) ist um acht Prozent auf 69 Mio. Euro gestiegen.

Als einen der künftigen Hoffnungsmärkte bezeichnete Wastler den Iran. Gespräche über die Errichtung von drei Großkrankenhäusern mit jeweils mehr als 1000 Betten seien weit fortgeschritten. Wasteler: "Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, glauben wir, dass wir dort nachhaltig wachsen können."

Vamed gehört mehrheitlich zum deutschen Fresenius-Konzern. Die Republik ist über die Staatsholding Öbib noch mit 13 Prozent an Vamed beteiligt. (stro, 29.3.2017)

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