Indien: Religiöse Hardliner setzen Fleischboykott durch

29. März 2017, 12:52
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Nicht-vegetarische Geschäfte und Restaurants anlässlich eines neuntägigen Fests zum Schließen gezwungen

Neu-Delhi – Eine radikal-hinduistische Gruppe zwingt ihre Mitbürger in einem Vorort der indischen Hauptstadt Neu Delhi zum Vegetarismus. Wie ein Sprecher der Gruppe "Shiv Sena" am Mittwoch bestätigte, habe man mehr als 200 Fleischgeschäfte und -restaurants dazu gebracht, vorübergehend zu schließen. Anlass sei das Hindu-Fest Navratri, an dem sich strenggläubige Hindus ausschließlich vegetarisch ernähren.

"Wir haben alle nicht-vegetarischen Geschäfte und Restaurants gebeten, während dieser Zeit geschlossen zu bleiben", erläuterte der Sprecher. "Alles geschah friedlich, die Besitzer haben sich unserer Anfrage freiwillig gebeugt." Laut der lokalen Polizei gab es bis Mittwochmittag keine Beschwerden der betroffenen Besitzer.

Wie der Fernsehsender "India Today" berichtete, gab es ähnliche Aktionen in vier weiteren indischen Bundesstaaten. Alle betroffenen Bundesstaaten werden von der hinduistischen Partei BJP regiert, die auch den indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi stellt. Im Bundesstaat Uttar Pradesh, in dem die BJP erst vor gut einer Woche die Regierung übernahm, begannen in dieser Woche die Fleischhändler einen unbefristeten Streik. Sie demonstrierten damit gegen Razzien in ihren Betrieben. Die Regierung sagte, sie ginge lediglich gegen nicht lizenzierte Geschäfte vor. (APA, dpa, 29.3.2017)

  • Temporär nur mehr Curry ohne Fleisch in einem Vorort Neu-Delhis.
    foto: ap photo/gemunu amarasinghe

    Temporär nur mehr Curry ohne Fleisch in einem Vorort Neu-Delhis.

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