Neue Umweltzonen und Fahrverbote in Europa

30. März 2017, 13:01
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Zum Beispiel ist in Paris ab sofort eine Umweltplakette nötig, die vor der Reise nur online bestellbar ist, wie der Automobilclub ÖAMTC informiert

Für Reisende wird es immer schwieriger, den Überblick über Umweltzonen oder gar Fahrverbote in Europa zu bewahren. "Eine einheitliche Regelung für Europa gibt es nicht", erklärt ÖAMTC-Touristikerin Dagmar Riedl. "Um Strafen zu vermeiden, ist es wichtig, sich vor Reiseantritt zu informieren, denn die Bestimmungen gelten für in- und ausländische Fahrzeuge."

Neue Regelungen gibt es beispielsweise für Frankreich. In vier Städten wurden Umweltzonen eingeführt: Paris, Lyon, Lille und Grenoble. In der französischen Hauptstadt gilt ab sofort eine Umweltzone innerhalb des Stadtautobahnrings, die Stadtautobahn selbst ist jedoch nicht inkludiert. Für die Einfahrt in die Zone benötigen alle Fahrzeuge werktags zwischen 8 und 20 Uhr eine Umweltplakette.

Erstzulassung des Autos entscheidend

Davon gibt es sechs verschiedene Varianten – abhängig vom Datum der Erstzulassung des Fahrzeuges. Erhältlich sind die Plaketten nur online (https://www.certificat-air.gouv.fr/demande-ext/cgu). Eine rechtzeitige Bestellung ist ratsam, denn die aktuelle Lieferzeit beträgt zirka drei Wochen. Wer keine Plakette klebt, muss mit einer Strafe von 78 Euro rechnen.

Das Nachsehen haben Lenker älterer Fahrzeuge in Paris, denn Autos mit Erstzulassung vor dem 1.1.1997 und Motorräder mit Erstzulassung vor dem 1.6.2000 erhalten keine Umweltplakette. Sie dürfen die Umweltzone lediglich nachts oder an Wochenenden und Feiertagen passieren. "Es ist zu erwarten, dass sich die Auflagen für die Einfahrt noch heuer verschärfen, sodass weitere Fahrzeuge von einem Fahrverbot betroffen sein werden", sagt Riedl.

Situationsbedingte Plakette

Für Lyon, Lille und Grenoble gelten die Bedingungen der Umweltzone situationsbedingt: Sobald die Grenzwerte der Schadstoffbelastung überschritten werden, ist für die Fahrt in die Umweltzone eine Plakette verpflichtend (die gleichen Plaketten, die die Einfahrt in Paris erlauben). Da lediglich eine Online-Bestellung möglich ist, lohnt sich der Kauf einer Plakette vor Reiseantritt. Anderenfalls muss man bei Smogalarm das jeweilige Stadtzentrum umfahren oder außerhalb parken. Hinweise über die aktuelle Regelung bekommt man insbesondere über die elektronischen Anzeigen über der Fahrbahn.

"Im belgischen Antwerpen wurde am 1. Februar eine Umweltzone eingeführt", sagt die Riedl. Alle in- und ausländischen Fahrzeuge müssen sich vor der Fahrt durch die Umweltzone online registrieren (kostenfrei): https://lez.antwerpen.be/?Taal=de. Das Kleben einer Plakette ist nicht notwendig. Für Dieselfahrzeuge bis Euronorm-Klasse 3 (ohne Rußpartikelfilter) und Benzinfahrzeuge ohne Euronorm-Klassifizierung gilt ein Fahrverbot. Diese Fahrzeuge können innerhalb eines Jahres trotzdem bis zu acht Mal in die Umweltzone einfahren, sofern sie einen Tagespass haben (erwerbbar online oder an Parkscheinautomaten). (red, 30.3.2017)

Info

Nähere Informationen zu Umweltzonen und Fahrverboten sind in der ÖAMTC Länder-Info unter www.oeamtc.at/laenderinfo unter der Kategorie "Maut & Vignette" zu finden. Bei Fahrten nach Deutschland kann man sich die dortigen Umweltzonen im ÖAMTC Routenplaner www.oeamtc.at/routenplaner anzeigen lassen. Zu den bisherigen über 50 deutschen Umweltzonen gehört ab 1. April auch die Stadt Balingen in Baden-Württemberg.

  • In der französischen Hauptstadt sollte man bei der Einfahrt in die Umweltzone besser einen Crit'Air-Sticker auf seinem Fahrzeug angebracht haben.
    foto: apa/afp/lionel bonaventure

    In der französischen Hauptstadt sollte man bei der Einfahrt in die Umweltzone besser einen Crit'Air-Sticker auf seinem Fahrzeug angebracht haben.

  • Denn in Paris wird streng kontrolliert.
    foto: apa/afp/jacques demarthon

    Denn in Paris wird streng kontrolliert.

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