Steuerentlastung ließ Ersparnisse kräftig steigen

29. März 2017, 17:01
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Die Steuerbelastung sank um neun Prozent, was maßgeblich zu einem deutlichen Anstieg des verfügbaren Einkommens beitrug

Wien – Die mit 2016 wirksam gewordene Steuerreform hat die Realeinkommen deutlich erhöht. Die Österreicher gaben das Mehr im Geldbeutel aber nicht gänzlich aus, sondern legten viel zur Seite. In absoluten Zahlen: 16,5 Milliarden Euro und somit deutlich mehr als in den Vorjahren, in denen die Ersparnisse in der Gegend von 13, 14 Milliarden Euro lagen. Wenn vom Zuwachs im Börserl mehr auf die hohe Kante gelegt als ausgegeben wird, steigt die Sparquote.

Sie setzt neue Anlagen und die Zunahme betrieblicher Vorsorge in Relation zum verfügbaren Einkommen. Die Sparquote erreichte im Vorjahr einen Wert von 8,2 Prozent, 2015 lag das Verhältnis noch bei 7,3 Prozent. Damit bewegt sich die Kennziffer wieder in die Richtung früherer Dimensionen. In den Jahren vor dem Ausbruch der Finanzkrise lag die Sparquote immer deutlich über zehn Prozent, um dann in den Folgejahren bis auf sieben Prozent zu fallen.

grafik: apa

Meist ist es das Plündern der Sparbücher in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, das zu dieser Entwicklung führt. Mit den nun erreichten 8,2 Prozent liegen die Österreicher aber immer noch unter langfristig beobachteten Werten. Allerdings erwarten Wirtschaftsforscher eine weitere Zunahme in den nächsten Jahren. Das Wifo geht von einem Anstieg auf 9,3 Prozent bis 2018 aus.

Anders ausgedrückt: Auch in den kommenden Jahren wird das Konsumwachstum geringer sein als das der verfügbaren Einkommen. Dabei werden Selbstständigen- und Unselbstständigeneinkommen um Steuern und Sozialabgaben vermindert und erhaltene Sozialleistungen hinzugezählt.

Anstieg des privaten Konsums

So kamen die österreichischen Haushalte im Vorjahr auf verfügbare Einkommen von 198,8 Mrd. Euro, das waren um 3,6 Prozent mehr als 2015 (191,9 Mrd. Euro). Zieht man die Inflation ab, so stieg die Kaufkraft um 2,3 Prozent. Besonders stark hat sich dabei die Senkung der Einkommenssteuer ausgewirkt. Denn Löhne und Gehälter legten "nur" um nominell 2,8 Prozent zu, Sozialleistungen wie Pensionen um 1,8 Prozent. Aber die Steuerbelastung der Haushalte sank um neun Prozent, was maßgeblich zum deutlichen Anstieg des verfügbaren Einkommens beitrug. Die heimischen Haushalte konsumierten nur einen Teil ihres Einkommenszuwachses: Der private Konsum stieg nominell 2016 um 2,8 Prozent, real um 1,5 Prozent.

Zusätzlich zu dem geldwerten Einkommen berechnet die Statistik Austria auch staatliche Sachleistungen etwa für Bildung und Gesundheit. Fügt man diese hinzu, so hatten Österreichs Haushalte 242,8 Mrd. Euro zur Verfügung – das entspricht einem Anstieg um 3,5 Prozent zum Jahr 2015.

Gezahlt haben die Haushalte im Vorjahr 36,6 Mrd. Euro an Steuern und 58,1 Mrd. Euro an Sozialbeiträgen. Von diesen Einnahmen flossen knapp 70 Milliarden an Sozialleistungen an die Österreicher wieder zurück. (as, 30.3.2017)

  • Das verfügbare Einkommen war im vergangenen Jahr deutlich höher als 2015.
    foto: ap/jörg sarbach

    Das verfügbare Einkommen war im vergangenen Jahr deutlich höher als 2015.

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