Grüne Studierende geben Druck der Mutterpartei nach

29. März 2017, 10:03
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Die Abspaltung von der Gras wird nicht bundesweit kandidieren. Ein Antreten an einzelnen Hochschulen wollen sich die Grünen Studierenden aber nicht nehmen lassen

Wien – Die Grünen Studierenden geben nach. Die Abspaltung von den Grünen Alternativen StudentInnen (Gras) will nun doch nicht bundesweit bei der ÖH-Wahl antreten. Grund für die Entscheidung, nicht als Konkurrenz zur Gras zu kandidieren, seien der "immense Druck und die Klagsdrohungen" gegenüber den Jungen Grünen und den Grünen Studierenden, heißt es in einer Aussendung. Die Bundespartei hatte mit dem Rausschmiss der Jungen Grünen gedroht, falls sie die Konkurrenz der Gras – der offiziellen Studierendenvertretung der Grünen – unterstützen.

Nicht verzichten wollen die Grünen Studierenden aber auf eine Kandidatur an jenen Hochschulen, an denen sich die Abspaltung gegründet hat. Das sind die Kunstuniversität Graz, die Medizinische Universität Graz und die Johannes-Kepler-Universität Linz. "Außerdem werden die Grünen Studierenden an weiteren Hochschulstandorten antreten, wo die Gras nicht kandidiert."

Keine "Fake-Listen"

Die Gras hat allerdings schon zuvor angekündigt, an allen großen Hochschulen "natürlich" kandidieren zu wollen. Die Grünen Studierenden gehen aber davon aus, dass die Gras nicht mit "Fake-Listen die beiden bestehenden, sehr erfolgreichen Gruppen in Graz und Linz gefährden und einer starken Studierendenvertretung schaden wird", sagt Johannes Steiner, Sprecher der Grünen Studierenden. Im Gespräch mit dem STANDARD präzisiert er: "Wir gehen nicht davon aus, dass die Partei Fake-Listen unterstützen wird, auf denen ein, zwei Personen kandidieren". Er habe das Gefühl, dass es hier Kompromissbereitschaft gebe und man an einer gemeinsame Lösung interessiert sei.

In ihrer Presseaussendung betonen die Grünen Studierenden noch einmal, dass sie sich gegründet haben, um gegen das Konsensprinzip bei der Gras vorzugehen. So könnten winzige Gruppe jede Veränderung blockieren, dies sei "undemokratisch".

Kritik an Mitgliederzahlen

Die Gras bestehe aus bundesweit 20 bis 40 aktiven Personen, während die Grünen Studierenden über 400 aktive Mitglieder für notwendig halten, wenn die ÖH und Studierendeninteressen wieder an Gewicht gewinnen sollten. Gras-Mitglieder seien jedenfalls "herzliche in der grünen Studierendengruppe" willkommen.

Die Grünen Studierenden geben an, derzeit 100 aktive Mitglieder zu haben. Bei der Gras sind rund 200 Personen aktiv, aber da auch kurzfristige Unterstützungen möglich sind, sei es schwierig genaue Zahlen zu nennen, sagt Marita Gasteiger, Gras-Spitzenkandiditin für die ÖH-Wahl. Antreten werde die Gras aber österreichweit, auch in Oberösterreich und der Steiermark, sagt sie. (koli, 29.3.2017)

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