"Das große Unbehagen": Hanno Settele über ein verunsichertes Österreich

    Ansichtssache29. März 2017, 08:00
    41 Postings

    Aufrüsten für den Konjunktiv: ORF-Reporter geht subjektiven Ängsten auf den Grund und trifft eine bewaffnete Trafikantin, Bürgerwehr und die Polizei

    ORF-Reporter Hanno Settele geht in der Doku "Das große Unbehagen – Settele über ein verunsichertes Österreich " subjektiven Ängsten auf den Grund und trifft eine bewaffnete Trafikantin, Bürgerwehr und die Polizei – Mittwoch, 20.15 Uhr, ORF 1.

    Wien – Schauplatz Praterstern: Hanno Settele besucht einen sogenannten Wiener Kriminalitäts-Hotspot. Die Aggression gegenüber der Polizei sei massiv gestiegen, erzählt ein Oberstleutnant, die Konflikte zwischen den Ethnien hätten zugenommen. Verletzte Kollegen stünden auf der Tagesordnung. Aussagen wie diese schüren Ängste oft in der gesamten Bevölkerung, obwohl nur wenige betroffen sind.

    Für die Dok.Eins-Sendung "Das große Unbehagen – Settele über ein verunsichertes Österreich" will der ORF-Journalist ergründen, warum das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gesunken ist. Obwohl Österreich laut Global Peace Index als drittsicherstes Land der Welt gilt. Schlüssige Antworten bekommt er nicht oft zu hören, dafür ein Panoptikum von Vorurteilen und gefühlten Wahrheiten, die selten stimmen.

    foto: orf/neulandfilm

    Settele begleitet Eva Dolezal zum Schießverein. Sie führt eine Trafik im 15. Bezirk und klärt Settele über die Vorteile einer Glock auf. Die Pistole trägt sie für alle gut sichtbar am Gürtel. Ihre Kunden finden das in Ordnung, es sei "bei dem Umfeld" notwendig. Warum das Leben in ihrem Grätzel so gefährlich ist, kann sie nicht erklären, passiert sei ihr persönlich noch nie etwas. Es haben vor allem diejenigen eine Waffe, die sie am wenigsten brauchen, sagt Psychiater Reinhard Haller.

    1
    foto: orf/neulandfilm

    Seit den Vorfällen in Köln interessieren sich mehr Leute für Selbstverteidigung, erzählt ein Trainer. Es ist vor allem die Angst, dass etwas passieren könnte, die die Menschen antreibt. Auch Celine und Renate, Mama und Tochter, üben sich in Selbstverteidigung. Und wieder das Argument: Es kann überall etwas passieren, obwohl einem persönlich noch nie etwas passiert ist.

    2
    foto: orf/neulandfilm

    "Mehr Menschen leiden heute an Hypersensibilität", sagt Haller. Doch nicht überall lauert Gefahr. In Reisenberg in Niederösterreich sind Lokalpolitiker unterwegs als Bürgerwehr. Doch statt des vermeintlichen Einbrechers treffen sie im Weinkeller Freunde beim Zuprosten. Das stimmt heiter. (ae, 29.3.2017)

    3
    Share if you care.