Bundesbank-Chef Weidmann wünscht sich weniger lockere Geldpolitik

    27. März 2017, 19:55
    posten

    Gefahr, dass sie zu lange dauert – "Würde gerne einen weniger expansiven Kurs sehen"

    Düsseldorf/Frankfurt – Der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hält den aktuellen Kurs der Europäschen Zentralbank (EZB) für zu locker. "Ich würde gerne einen weniger expansiven Kurs sehen", sagte Weidmann bei einer Diskussionsveranstaltung der "Rheinischen Post" am Montag in Düsseldorf. Er sehe die Gefahr, dass die lockere Geldpolitik länger dauere als unbedingt nötig.

    Die Inflation im Euroraum lag im Februar mit 2,0 Prozent erstmals seit langer Zeit wieder leicht über der Zielmarke der Notenbank von knapp unter zwei Prozent. Das hatte insbesondere in Deutschland die Rufe nach einem Ende des ultraexpansiven Kurses wieder lauter werden lassen.

    Die EZB hält die Leitzinsen im Euroraum auf dem Rekordtief von Null Prozent. Um die Konjunktur anzuschieben und um für mehr Inflation zu sorgen, pumpt die Euro-Notenbank zudem seit März 2015 mit dem Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem. Die Käufe sollen noch bis mindestens Ende 2017 fortgesetzt werden und dann ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen. Weidmann stand den Anleihekäufen von Anfang an kritisch gegenüber. (APA, 27.3.2017)

    Share if you care.