Hilfen für Arbeitslose: Der Teufel steckt im Detail

Kommentar27. März 2017, 17:48
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Mit der Aktion 20.000 beweist die Politik ihre Handlungsfähigkeit. Den Erfolg des Projekts könnte der immense Zeitdruck schmälern

Die Politik will das kommende Jahr satte 540 Millionen Euro dafür ausgeben, um jedem zweiten Langzeitarbeitslosen über 50 im Land einen Job zu geben. Die "Aktion 20.000" ist eines der ambitioniertesten konkreten Projekte der sonst der Symbolpolitik nicht abgeneigten österreichischen Bundesregierung. Sie wird tausenden Menschen dabei helfen, in der Früh mit einem guten Gefühl aufzustehen. Während viele darüber reden, dass man nur langfristig etwas gegen Arbeitslosigkeit tun könne, beweist die Regierung das Gegenteil. Dafür Hut ab!

International gibt es einige Vorbilder, etwa in Flandern, wo schon jetzt 5000 Arbeitslose für viele Jahre zu hundert Prozent geförderte Jobs haben. Wenn es Österreich gelingt, das viermal so große Projekt sinnvoll durchzuführen, könnte es zu einem internationalen Vorreiter werden. Beschleunigt sich der technologische Wandel weiterhin, könnten sich viele andere Länder in der Zukunft etwas von der heimischen Maßnahme abschauen wollen.

Der Teufel steckt aber wie gewohnt im Detail. Innerhalb von eineinhalb Jahren 20.000 Vollzeitstellen zu schaffen halten selbst Involvierte für nicht realistisch. Die SPÖ und Kanzler Christian Kern haben bis zu den voraussichtlich im nächsten Jahr stattfindenden Wahlen nicht viel Zeit, um Erfolge vorzuweisen. Die Gefahr ist groß, dass in einer Hauruckaktion Gelder verschwendet und Arbeitslose zu sinnlosen Tätigkeiten verdonnert werden. Das wäre schade. (Andreas Sator, 27.3.2017)

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