Wie man ein Rechenzentrum binnen einer Minute zerstört

    27. März 2017, 16:43
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    Der Hacker Zoz Brooks überlegt, wie man etwa bei polizeilichen Zugriffen Daten löschen kann

    Wie kann man die Informationen eines Rechenzentrums voller Festplatten zerstören, ohne darin befindliche Personen zu verletzen? Diese Frage stellte sich der Hacker Zoz Brooks, der seine Gedanken auf der Sicherheitskonferenz Troopers in Heidelberg präsentierte. Golem hat ausführlich über seine Präsentation berichtet. Kurzum lässt sich sagen, dass Brooks' Vorhaben alles andere als einfach ist. Der IT-Forscher, der eine eigene Fernsehsendung auf dem Discovery Channel hat, probierte mehrere Varianten aus, wobei Sauerstoff im Endergebnis den Vorzug gegenüber Sprengstoff erhielt.

    Sauerstoff

    Der Sauerstoff wird dabei über eine eigene Vorrichtung in die Festplatten eingeleitet. Es beginnt zu brennen, weil sich die Reibung erhöht. Wird die Luft gut abgesaugt, entsteht kein Schaden für Personen in der Nähe; auch die Kosten halten sich in Grenzen.

    Nagelpistolen und Plasmabrenner

    Schwieriger sind Nagelpistolen und Plasmabrenner, da beide Optionen eine aufwendige Vorabinstallation bedingen. Denn über jeder Festplatte müsste ein entsprechendes Gerät angebracht werden. Bei Nagelpistolen könnten außerdem noch Daten auslesbar bleiben.

    privacypc

    Thermit

    Enttäuscht war Brooks von Thermit: Um Festplatten wirklich zu zerstören, sei viel Material nötig, da diese gut kühlen. Zwar gibt es auf Youtube zahlreiche Clips von Festplatten-Zerstörungen durch Thermit, dabei wurden aber große Mengen des Rohstoffs benutzt.

    jason rollette

    Sprengstoff

    Brooks experimentierte laut Golem auch mit Sprengstoff. Er entwickelte eine neue Rezeptur für "Field Expedient Liquid Explosive", das mit weniger Aluminium auskommt und daher prinzipiell weniger umweltschädlich ist. Allerdings sei es sehr schwierig, Schäden für Personen im Rechenzentrum abzuwenden. Dazu müsste eine spezielle Kapsel für den Sprengstoff erstellt werden. Brooks experimentierte auch mit hoher Bodenspannung.

    Mehr Forschung nötig

    Tatsächlich ist relativ unklar, wie gut Forscher Daten von beschädigten oder zerstörten Festplatten wirklich auslesen können. Brooks will daher in diesem Bereich für mehr Forschung sorgen. Außerdem plant er, die Experimente mit einem Laserstrahl fortzusetzen. (red, 27.3.2017)

    • Bei einer Explosion wie in James Bond "Spectre" würden wohl auch Mitarbeiter zu Schaden kommen.
      foto: pressefoto/sony pictures

      Bei einer Explosion wie in James Bond "Spectre" würden wohl auch Mitarbeiter zu Schaden kommen.

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