Branchenvertreter wollen Austro-Eier auch in Schulküchen sehen

27. März 2017, 14:49
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Konsumenten wissen recht genau, woher ihre Eier kommen. Im öffentlichen Bereich fehlt jedoch Transparenz, so die Kritik

Wien – Fast die Hälfte aller hierzulande verzehrten Eier werden beim Diskonter gekauft. Im vergangenen Jahr packten die Österreicher insgesamt rund 707 Millionen Frischeier in ihren Einkaufskorb, 80 Prozent davon im Lebensmitteleinzelhandel. Was die Haltungsformen betrifft, so nimmt die Bodenhaltung mit 65 Prozent mengenmäßig den Löwenanteil ein. Mit einem Anteil von zwölf Prozent ist aber auch der Bioanteil so hoch wie bei keinem anderen Lebensmittel sonst hierzulande. Und immerhin ein Fünftel aller Eier holen sich die Österreicher etwa ab Hof ab.

Und das, obwohl die Unterschiede im Preis durchaus erheblich sind. Während importierte Eier – rund eine Million hierzulande kommen aus Spanien, Polen oder Tschechien – schon einmal um zwölf Cent das Stück zu haben sind, kostet etwa ein Bioei im Durchschnitt 41 Cent, jenes aus Bodenhaltung rund die Hälfte. Eier aus Freilandhaltung liegen mit 30 Cent dazwischen. Im Durchschnitt gibt ein österreichischer Haushalt monatlich vier Euro je Haushalt dafür aus.

Zahl der Betriebe stabil

86 Prozent der Nachfrage können laut Agrarmarkt Austria die heimischen Betriebe decken. 6,6 Millionen Hennen legen jährlich 1,8 Milliarden Eier. Die meisten Betriebe sind in der Steiermark angesiedelt. Insgesamt ist die Zahl der Geflügelbetriebe seit Jahren stabil, sagt Franz Kirchweger, Obmann der Erzeugergemeinschaft Ei, bei einer Presseveranstaltung in Wien. Das habe auch damit zu tun, dass Betriebe, die mit ihren Produkten unter zu großem Preisdruck litten, unter anderem auf Geflügelwirtschaft umstiegen. Bioeierproduzenten etwa konnten etwa seit 2012 zumindest eine Preiserhöhung von 36 auf 41 Euro Cent durchsetzen.

Noch nicht zufrieden ist die Landwirtschaftskammer damit, dass in der Gastronomie oder in Großküchen, die Internate, Schulen, Krankenhäuser, Pflege- und Jugendheime versorgen, das rot-weiß-rote Ei nicht den Stellenwert hat, den man sich wünscht. Mit der Initiative "Gut zu wissen" soll sich das ändern und die Herkunft von Fleisch und Eiern in der Gemeinschaftsverpflegung ausgewiesen werden. Das Land Niederösterreich konnte dafür bereits gewonnen werden. Einkauf nach dem Bestbieterprinzip sei in öffentlichen Großküchen notwendig, sagt Landwirtschaftskammer-Generalsekretär Josef Plank. Was das in Umsetzung befindliche Bestbieterprinzip betrifft, so wünscht sich die Branche, dass dort ökologische Kriterien wie Tierschutzstandards und kurze Transportwege berücksichtigt werden.

Wenig Transparenz beim Essen auswärts

"Beim Essen auswärts ist den Konsumenten oft nicht klar, woher die Eier kommen", so Plank. Dabei werde gerade im Bereich von Pflegeheimen seitens der Angehörigen immer öfter nachgefragt, was ihren Verwandten serviert wird, sagt Werner Panagl, Küchenleiter von 40 Pflegeheimen in NÖ und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Großküchen. Was die Kosten betrifft, so werde laut Landwirtschaftskammer in der Großküche für ein dreigängiges Menü mit einem durchschnittlichen Materialeinsatz von 3,50 Euro kalkuliert. Das heimische Ei würde sich da noch ausgehen, ist Plank überzeugt. (rebu)

Die Eierdatenbank der AMA informiert über Herkunft der Eier und Haltungsform des Betriebs. Laut Agrarmarkt Austria sind dort rund 90 Prozent der heimischen Betriebe erfasst.

  • Käfighaltung ist hierzulande verboten. Den Großteil der hierzulande vertilgten Eier legen Hühner in Bodenhaltung, wie diese Tiere hier.
    foto: apa/fohringer

    Käfighaltung ist hierzulande verboten. Den Großteil der hierzulande vertilgten Eier legen Hühner in Bodenhaltung, wie diese Tiere hier.

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