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Vorhang auf für gesicherte Qualität in Kunst & Kultur

27. März 2017, 13:00

Neuer Qualitätsmanagement-Standard für Kulturbetriebe - Der kaufmännische Burgtheater-Direktor Dr. Königstorfer und Austrian Standards skizzieren Szenen von Management-Prozessen

Künstlerische Exzellenz und Innovation auf sichere betriebswirtschaftliche Beine stellen – effizient und transparent. Das ist eine der größten Herausforderungen, der sich die rund 1.700 öffentlich finanzierten Kulturbetriebe im deutschsprachigen Raum tagtäglich stellen müssen. „Mit der Entwicklung eines Qualitätsmanagement-Standards speziell für Kulturbetriebe ist das Kunststück gelungen, eine stabile Basis und einen praktischen Leitfaden zur Interaktion zwischen künstlerischen Kreativ-Prozessen und organisatorisch-betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten zu schaffen.“ So beschreibt Dr. Thomas Königstorfer, kaufmännischer Direktor des Wiener Burgtheaters, den Charakter des Regelwerks ONR 41000 - "Qualitätsmanagement für Kulturbetriebe nach ISO 9001:2015“, das vor wenigen Monaten bei Austrian Standards veröffentlicht wurde. Gemeinsam mit anderen Vertretern renommierter österreichischer und deutscher Kulturunternehmen brachte Königstorfer seine Erfahrungen und Anliegen in die Erarbeitung eines spezifischen Qualitätsmanagement (QM)-Standards als Führungsinstrument für Kulturbetriebe ein.

Qualitätsmanagement gibt Sicherheit

Königstorfer ist seit 2013 kaufmännischer Direktor der „Burg“, wobei das erste Jahr seiner Tätigkeit stark auf den Aufbau eines internen Kontrollsystems fokussiert war. Die damaligen finanziellen Ungereimtheiten rund um das Burgtheater erforderten eine völlige Neustrukturierung des Hauses. „Mein Interesse war also sehr groß, als ich von der Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines QM-Standards für Kulturbetriebe erfuhr. Durch meine Teilnahme an diesem spannenden Prozess hatte ich die Möglichkeit, unser internes Kontrollsystem mit Instrumenten des Qualitätsmanagementsystems abzugleichen, Verbesserungen auszuloten und mich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Häuser auszutauschen.“

Als Grundlage für die ONR 41000 dient der international anerkannte QM-Standard für Unternehmen und Organisationen, ISO 9001 - "Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen“ (Ausgabe 2015), der um spezifische Prozesse, wie sie für Kulturbetriebe typisch sind, erweitert wurde. „Verkürzt gesagt wurden mit dem neuen Standard bewährte Managementstrukturen vorwiegend von Wirtschaftsunternehmen, in die Welt der Theater, Opern, Museen, Festivalveranstalter und Konzerthäuser transformiert“, erklärt Dr. Karl Grün, Director Standards Development bei Austrian Standards.

Managementstrukturen und künstlerische Freiheit 

Der neue Standard hilft dabei, wirksame Managementstrukturen für Kulturbetriebe aufzubauen, um innovative Spitzenleistungen zu ermöglichen und Fehlentwicklungen zu verhindern. Zudem ist die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems ein sichtbares Signal an Kunden, Publikum und Geldgeber, dass der Kulturbetrieb qualitätsvoll und effizient geführt wird.

„Ein wesentlicher Unterschied zum Qualitätsmanagement von Wirtschaftsunternehmen ist der Erhalt der künstlerischen Freiheit. Ein sensibles, wichtiges Gut, das es zu wahren gilt. Die größte Herausforderung der Arbeitsgruppe rund um die ONR war es, einen Weg zu finden, QM für Kulturbetriebe zu definieren und zu entwickeln, ohne in die künstlerische Freiheit einzugreifen“, so Grün. Diese Gratwanderung ist geglückt, indem in der ONR die Abläufe der künstlerischen Gestaltung ausdrücklich ausgespart wurden. „Es wäre unsinnig, Herrn Ofczarek vorzuschreiben, wie er seine Texte zu lernen hat. Auf der anderen Seite ist es ebenso unsinnig, wenn ich erst bei der Probe draufkomme, dass mir 20 Komparsen fehlen, die ich aber nicht im Budget eingeplant habe“, bringt der kaufmännische Direktor des Burgtheaters die Thematik auf den Punkt.

Strukturierte Abläufe  

„In der Experten-Arbeitsgruppe haben wir versucht die Schnittstellen zwischen den kaufmännischen und den kreativen Prozessen zu definieren, um genau dort mit den Management-Instrumenten Planen, Durchführen, Prüfen und Handeln einhaken zu können.“ Betroffen sind ganz konkret die Bereiche betriebliche Planung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb, Ticketing, Kommunikation, Kunden- bzw. Besucherservice. „Aber auch kreative Prozesse brauchen Planung“, betont Königstorfer. „In der Praxis bedeutet das, dass ich so früh wie möglich mit der Ressourcenzuteilung beginnen muss. Es gilt abzuklären: Wieviel Geld brauche ich für welche Produktion, wie viele Leute, wie viele Kostüme sind dafür nötig? Ist der Aufwand für die Kostüme höher als bei der vorangegangen Produktion? Über welche Vertriebskanäle wird sich das Publikum 2020 Eintrittskarten besorgen? Welche technologischen Entwicklungen stehen im Bereich der Bühnentechnik an?“

Königstorfers Fazit: „Das Qualitätsmanagementsystem zwingt mich, im positiven Sinn des Wortes, dazu, mich mit diesen Fragen zu beschäftigen – in strukturierter Form. Ein wichtiger Prozess, um die künstlerische Freiheit zu erhalten und nicht, um sie in ein Korsett zu zwängen.“

Die ONR 41000 kann Kulturbetrieben auch dabei behilflich sein, sich für den international anerkannten Qualitätsmanagement-Standard ISO 9001:2015 zertifizieren zu lassen. Sie beinhaltet weder länderspezifische noch unternehmensspezifische Regelungen, sondern ist für Unternehmen und Organisationen jeder Art und Größe anwendbar.

Über Austrian Standards

Standards sind von Fachleuten erarbeitete Empfehlungen. Sie dienen dem Wohl und der Sicherheit aller, machen das Leben einfacher und sorgen dafür, dass eins verlässlich zum anderen passt. Standards (z. B. ÖNORM) stehen für Qualität und damit für Vertrauen in Produkte und Leistungen. Austrian Standards stellt seit 1920 als unabhängige und neutrale Plattform einen transparenten Prozess zur Entwicklung von Standards in Österreich sicher. Als das österreichische Mitglied von CEN, dem European Committee for Standardization, und ISO, der International Organization for Standardization, ermöglicht Austrian Standards allen, an der Entwicklung von Standards mitzuwirken. So wird sinnvolles und international anerkanntes Fachwissen leicht zugänglich und anwendbar. Austrian Standards beschäftigt 113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Standards sorgen in Österreich für ein Mehr an innovater Wirtschaftsleistung in Höhe von rund 2,5 Mrd.

www.austrian-standards.at

  • Artikelbild
    georg soulek/burgtheater
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