Superscreen: Drahtloses Touchdisplay für Smartphones wird Kickstarter-Hit

27. März 2017, 12:18
55 Postings

Inklusive Kameras, Lautsprecher, Fingerabdruckscanner – Gerät mit 2K-Auflösung soll Anschaffung von Tablet ersparen

Mit der Padfone-Serie hat der taiwanische Hersteller Asus sich einige Zeit daran versucht, eine Kombination aus Handy und Tablet zu vermarkten. Es bestand aus einem Smartphone, das sich in ein großes Touchdisplay einschieben ließ. In der Masse konnte das Konzept allerdings nie Fuß fassen, die letzte Iteration kam mit dem Padfone X im Jahr 2014 auf den Markt.

Die Idee ist damit allerdings nicht gestorben. Das Startup Transcendent Designs erweckt sie nun in technisch aufgepeppter Form mit dem "Superscreen" wieder zum Leben. Finanziert wird das Projekt über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter, wo es auf großes Interesse stößt.

superscreen

Millionengrenze erreicht

Seit einer Woche läuft die Kampagne, über die man zumindest 50.000 Dollar lukrieren will. Dieses Ziel konnte man bereits am ersten Tag vervielfachen. Mittlerweile hat man die Millionenmarke erreicht. Die Analyseplattform Kicktraq prognostiziert derzeit einen Endbetrag von mehr als 3,8 Millionen Dollar bis zum Ende der Finanzierung am 19. April.

Versprochen werden die Features eines "600-Dollar-iPads" in einem 100-Dollar-Gerät. Konkret geht es um ein Touchdisplay mit 10,1-Zoll-Diagonale, das drahtlos auf bis zu 30 Meter mit dem eigenen Smartphone verbunden werden kann. Die Auflösung liegt bei 2.560 x 1.600 Pixel. Inhalte werden dann angepasst im Tabletmodus dort angezeigt. Bei der Bedienung sollen keine spürbaren Verzögerungen auftreten.

Weiters sollen Lautstärketasten, Stereo-Lautsprecher, ein Homebutton mit Fingerabdruckscanner und zwei Kameras (2 MP an der Front 5 MP auf der Rückseite) implementiert werden. Es gibt außerdem eine 3,5mm-Kopfhörerklinke. Damit soll Superscreen vor allem als Gerät für Medienkonsum und Videokommunikation platziert werden.

superscreen

Zwölf-Stunden-Akku, Stifteingabe

Versprochen wird auch Unterstützung für Stifteingabe. An Bord ist auch Bluetooth 4.1. Die Kapazität des Akkus wird mit 6.000 mAh beziffert, er soll eine Laufzeit von bis zu zwölf Stunden bieten und wird über einen USB-C-Port (USB 3.1) aufgeladen. Weil die Rechenlast primär vom Smartphone gestemmt wird, soll der Energiekonsum um 70 Prozent niedriger als bei einem eigenständigen Tablet ausfallen.

Superscreen soll laut den Herstellern mit "97 Prozent der neuesten Smartphones" kompatibel sein. Die Angabe bezieht sich auf Apples iPhones und Android-Handys.

Über 8.000 Unterstützer

Interessenten sollen gegen ein Investment von 99 Dollar (derzeit rund 91 Euro) ein Gerät reservieren können, wobei man mit einer Auslieferung im Dezember rechnet. Auch ein Doppelpack für 198 Dollar wird angeboten, die Kontingente für beide sind allerdings begrenzt. In den USA und für Lieferungen in die EU sollen keine Versandkosten anfallen.

Über 8.000 Unterstützer haben sich mittlerweile gefunden. Transcendent Design hat eine frühe Version von Superscreen auch schon auf der CES zu Jahresanfang gezeigt. Das Portal TechnoBuffalo hat zudem ein Hands-on-Video mit dem Gerät veröffentlicht.

foto: superscreen

Hürden und Risiken

Einige Hürden müssen die Macher allerdings noch nehmen. Im Mai will man einen Prototypen mit der finalen Hardware fertigstellen und auch der Software vollständigen Funktionsumfang bescheren. Es folgen Tests und Zertifizierungen, ehe im August die Testproduktion starten soll. Medienvertreter und Betatester sollen im September die ersten Superscreens erhalten, die allerdings noch mit unfertiger Software laufen. Im Oktober rechnet man mit dem Beginn der Massenproduktion, ehe im Dezember die eigentliche Auslieferung starten soll.

Bei der bisherigen Entwicklung scheint man gute Fortschritte gemacht zu haben. Dennoch besteht ein realistisches Risiko, dass die Fertigstellung sich verzögert – bei per Crowdfunding finanzierten Elektronikprodukten wahrlich keine Seltenheit. Auch könnte das Projekt als Gesamtes noch scheitern, was nach derzeitigem Stand allerdings als unwahrscheinlich einzustufen ist. (gpi, 27.03.2017)

Share if you care.