Eishockey: Top-Spielerinnen drohen mit WM-Boykott

27. März 2017, 11:41
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Vertrag, der den Spielerinnen des Gastgeberlandes USA höhere finanzielle Zuwendungen zusicherte, wurde eingezogen

Die besten Eishockey-Spielerinnen des Gastgeberlandes USA drohen bei der am Freitag beginnenden Eishockey-Weltmeisterschaft der Frauen mit einem Boykott. Die Spielerinnen des Olympiasiegers von 1998 wollen erreichen, dass der mit dem US-Verband bereits ausgehandelte Vertrag, der ihnen höhere finanzielle Zuwendungen und andere Vorteile garantiert, doch noch in Kraft tritt.

Der Vertrag wurde durch das 15-köpfige Exekutivkomitee wieder eingezogen, was für heftige Kritik im nordamerikanischen Eishockey sorgte. Auch die NHL-Spielergewerkschaft (NHLPA) solidarisierte sich mit den Frauen. "Die NHL-Spieler unterstützen voll und ganz die Bemühungen des US-Nationalteams der Frauen, eine gerechte Vereinbarung mit dem US-Verband zu erzielen", schrieb die NHLPA auf Twitter.

Im angloamerikanischen Raum wurde der diesjährige Internationale Frauentag am 8. März unter anderem unter dem Motto #BeBoldForChange begangen, unter diesem Hashtag soll auf eine gerechtere Arbeitswelt hingewiesen werden. Nun sind darunter auch zahlreiche Tweets zu den Forderungen der Spielerinnen zu finden.

Am Montag kommt es zu seiner Dringlichkeitssitzung des Verbandes. Sollte der Original-Vertrag nicht genehmigt werden, dürften die besten Spielerinnen der USA ihre Drohung wahrmachen, und der Gastgeber müsste mit einem B- oder gar C-Team an den Start gehen.

Chance für Frauen

Der neue Vertrag sei "eine Chance, Geschichte zu schreiben, für jede Frau, die heute auf dem Eis steht, und für jedes kleine Mädchen, das zum ersten Mal die Schlittschuhe schnürt", sagte US-Angreiferin Hilary Knight USA Today: "Wir hoffen für sie und für uns, dass wir diese Veränderung bekommen, die längst überfällig ist."

Die Frauen fühlen sich im nationalen Eishockey-Verband für ihre Mühen und Leistungen nicht annähernd ausreichend entlohnt. Außerdem steht die Förderung des Frauen-Eishockeys in den USA in keinem Vergleich zu der bei den Männern. Im Eishockey-Mutterland Kanada sind die Rahmenbedingungen für Spielerinnen deutlich besser. (sid, red, 27.3.2017)

  • Die Spielerinnen fühlen sich im nationalen Eishockey-Verband nicht annähernd ausreichend entlohnt.
    foto: ap/mark humphrey

    Die Spielerinnen fühlen sich im nationalen Eishockey-Verband nicht annähernd ausreichend entlohnt.

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