Miet-Richtwerte steigen erstmals seit 2014

27. März 2017, 09:48
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Bundesweit sparten sich 300.000 Haushalte in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt 150 Euro. Dafür fällt die Anhebung heuer kräftiger aus

Wien – Mit 1. April steht die nächste Erhöhung der Miet-Richtwerte an. Zwei Drittel der Haushalte, die diesem Mietensystem unterliegen, befinden sich in Wien, wo der Richtwert um gut 3,5 Prozent von 5,39 auf 5,58 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche im Monat steigt. An sich wäre die Erhöhung wie alle zwei Jahre schon 2016 ins Haus gestanden, die Politik wollte aber österreichweit 300.000 Mieter verschonen.

grafik: apa

Der voriges Jahr im Jänner von der Regierung beschlossene einjährige Aufschub für die Richtwert-Anhebung brachte den betroffenen Haushalten eine Ersparnis von durchschnittlich 150 Euro im Jahr – in Summe bundesweit rund 45 Millionen Euro. Dafür fällt die Erhöhung jetzt etwas kräftiger aus, weil ein Jahr Teuerungsdifferenz mehr ausgeglichen werden muss.

Zuletzt waren die Richtwerte per April 2014 angehoben worden – im Österreich-Schnitt um 4,5 bis 4,7 Prozent. 2016 hätte die Erhöhung ungefähr 2,5 Prozent ausgemacht, dann wurde aber das "2. Mietrechtliche Inflationslinderungsgesetz" beschlossen. Künftig soll wieder der zweijährige Anpassungsrhythmus gelten.

Wien ist besonders betroffen

Das Richtwertgesetz regelt Altbaumietverträge, die ab 1. März 1994 abgeschlossen wurden, gilt aber auch in Wiener Gemeindewohnungen mit Mietverträgen ab 2004. In Wien betrug der Richtwert bisher 5,39 Euro pro m2 Nutzfläche, künftig sind es 5,58 Euro/m2. Außer im Burgenland sind die Richtwerte überall höher. In den Werten sind jedoch noch keine Zu- oder Abschläge oder Ausstattungsmerkmale berücksichtigt. Wirksam werden kann eine Erhöhung bei laufenden Verträgen nur, wenn darin eine Wertsicherungsklausel enthalten ist, ansonsten gilt sie nur für Neuverträge. (APA, 27.3.2017)

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