Toshibas AKW-Tochter stellt wohl in Kürze Insolvenzantrag

27. März 2017, 07:11
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Womöglich bereits bei Verwaltungsratssitzung am Dienstag

Minato – Die US-Atomtochter Westinghouse des angeschlagenen japanischen Industriekonzerns Toshiba stellt einem Medienbericht zufolge womöglich in Kürze einen Antrag auf Gläubigerschutz. Der Westinghouse-Verwaltungsrat werde am Dienstag zusammenkommen, um über den Insolvenzantrag zu beraten und diesen womöglich noch am selben Tag zu stellen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Montag.

Das Insolvenzverfahren könnte demnach Toshiba dabei helfen, den Schaden durch die Westinghouse-Verluste einzugrenzen. Westinghouse habe beim südkoreanischen Energiekonzern Kepco angefragt, ob dieser bei der Reorganisation während der Insolvenz als Unterstützer auftreten wolle.

Die Toshiba-Aktie stieg nach Börsenstart in Tokio zunächst um vier Prozent. Im weiteren Verlauf tendierte das Papier aber dann mehr als vier Prozent im Minus.

Toshiba erklärte zu dem Bericht, es sei nicht angemessen, sich voreilig zu äußern. Bei Kepco hieß es, man habe zu dem Bericht keine Informationen.

Toshiba steckt nach einer Affäre um jahrelange Bilanzmanipulationen und wegen Abschreibungen in Milliardenhöhe auf das US-Atomgeschäft tief in der Krise. Bei Westinghouse liefen Kosten für übernommene AKW-Projekte aus dem Ruder. (APA/Reuters, 27.3.2017)

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