Museum der Moderne: Kritik an Direktorin Sabine Breitwieser

26. März 2017, 15:46
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Ihre Verlängerung in Salzburg steht auf der Kippe

Salzburg – In Salzburg dürfte sich an der Spitze des Museums der Moderne (MdM) ein Wechsel anbahnen. Dem STANDARD vorliegenden Informationen zufolge scheint eine zweite Amtsperiode Sabine Breitwiesers auf der Kippe zu stehen. Ihr Vertrag als Direktorin läuft Ende 2018 aus.

Auf Anfrage bestätigt Breitwieser entsprechende Gespräche, "die laut Dienstvertrag jetzt zu führen sind". Eine Verlängerung sei aber "eine Entscheidung, die von beiden Seiten zu treffen" wäre. Ihre Arbeit sei "nachweisbar sehr erfolgreich", und sie überlege nun auch gezielt, "unter welchen Bedingungen und wo ich meine Erfahrung, Wissen und Netzwerk einsetze".

Mehr Reichweite, weniger Besucher

Unter ihrer Ägide kam etwa die von ihr als Leiterin der Generali Foundation (1991–2007) aufgebaute Sammlung als Dauerleihgabe (bis 2039) nach Salzburg. Über das Ausstellungsprogramm konnte zwar die internationale Reichweite gesteigert werden, es sank aber zeitgleich die Zahl der Besucher: von 129.000 im Jahr 2013, als sie im Herbst die Nachfolge von Toni Stoss antrat, auf zuletzt 104.000.

Mangel an Sozialkompetenz

Breitwiesers fachliche Kompetenz sei gar nicht das Thema, betont Heinrich Schellhorn (Grüne). Laut dem verantwortlichen Kulturlandesrat sei "ihre Mitarbeiterführung das hauptsächliche Problem". Aus vergleichbaren Gründen war einst auch Agnes Husslein-Arco, die dann ans Belvedere (2007–2016) wechselte, 2005 nicht als Direktorin des Museums der Moderne verlängert worden. "Neben kuratorischen Fähigkeiten und einem internationalen Netzwerk", erklärt Schellhorn, der für mehrere Museen zuständig zeichnet, brauche es "in solchen Positionen mehr denn je auch soziale Kompetenz". (Olga Kronsteiner, 26.3.2017)

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    foto: apa/barbara gindl
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