IT-Projekt will steigende Arbeitslosigkeit bei Behinderten bekämpfen

    26. März 2017, 10:22
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    AfB-Chef Essler: "Es ist die Aufgabe der Industrie die Verantwortung nicht abzuschieben"

    12.397 Menschen mit Behinderung waren 2016 arbeitslos gemeldet, um 324 mehr als im Jahr davor (plus 2,7 Prozent). Dass man gegen die steigenden Zahlen etwas tun kann, beweist die Firma AfB social & green IT, bei der gebrauchte IT-Geräte von Behinderten wieder verkaufsfähig gemacht werden. 47.650 Geräte oder 340 Tonnen wurden so 2016 einer Wiederverwertung zugeführt.

    "Das ist eine Ersparnis von 1.562 Tonnen CO2, 2.638 Tonnen Eisen und 5.226 Megawatt Energie", rechnete AfB-Österreich-Chef Kurt Essler im Gespräch mit der APA vor. Leider würden aber viele große Betriebe dieses Potenzial für die Umwelt und die Gesellschaft nicht erkennen. Hier sei in Europa ein klares Nord-Süd-Gefällte zu beobachten.

    "Verantwortung nicht abschieben"

    In Österreich arbeitet die AfB mit hundert Partnern zusammen, besonders gut sei die Kooperation mit Banken und Versicherungen. Die Staatsbetriebe und die Telekommunikationsanbieter hingegen würden teilweise wenig Interesse zeigen. "Es ist die Aufgabe der Industrie die Verantwortung nicht abzuschieben", spielt Essler auf die unkontrollierten Exporte von Problemstoffen in die 3. Welt an.

    Die wichtigsten Abnehmer der wiederaufbereiteten IT-Geräte von AFB sind ältere Menschen, die die zusätzliche Beratung zu schätzen wüssten. "Das macht uns auch Spass und die Kunden bekommen auch einen Kaffee", so Essler. Weitere wichtige Kunden sind Schulen, die mit knappen Budgets operieren müssten, so Essler. Der Vorteil sei, dass die Geräte, die von Banken, Versicherungen und anderen Partnern kommen, meist Top-Produkte seien, die eine weit höhere Lebenserwartung hätten als Billig-Artikel von Elektromärkten. "Wir geben auf alle Geräte ein Jahr Garantie", betont Essler.

    AfB ist in Österreich seit 2010 vertreten und hat zwei Niederlassungen (Wien, Klagenfurt). 2016 wurde ein Umsatz von 2,2 Mio. Euro erzielt.

    Besonders ältere Menschen betroffen

    Den größten Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Beeinträchtigung gab es im Vorjahr in Tirol und Niederösterreich mit einem Plus von jeweils elf Prozent. Besonders hart betroffen sind ältere Menschen. Während es bei den jungen bis 25 Jahre ein Minus von 9 Prozent und bei den bis 49-Jährigen einen Rückgang von 4 Prozent gegeben hat, stieg die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen um 11 Prozent, geht aus Zahlen des AMS hervor.

    Was überrascht: Das größte Plus verzeichneten Akademiker (16 Prozent), während es bei beeinträchtigten Menschen mit Pflichtschulausbildung im Vorjahr nur einen Zuwachs von einem Prozent gegeben hat.

    Essler jedenfalls ist voll des Lobes für seine Mitarbeiter mit Beeinträchtigung. Diese würden oft viel konzentrierter arbeiten und sich nicht so leicht ablenken lassen. "Und sie wollen keine Fehler machen", betont Essler. (APA, 26.03.2017)

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