Grüne verschwenden ihre Jugend

Kommentar25. März 2017, 18:53
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Eva Glawischnig hätte den Konflikt mit den Jungen Grünen besser selbst im Hintergrund gelöst

In den Niederlanden haben es die Grünen vor Kurzem geschafft, mit dem charismatischen Jung-Spitzenkandidaten Jesse Klaver die Zahl ihrer Sitze mehr als zu verdreifachen. Das Rezept: Linke Politik, die Jungwähler anspricht und klare Kante gegen Rechtspopulismus zeigt.

In Österreich schaffen es die Grünen im Moment, über ein Pipifax-Thema zu streiten, sich mit den Jungen Grünen öffentlich zu zerfleischen. Möglicherweise ist die Zurechtweisung der aufmüpfigen "Grazer Zelle" nicht zu Unrecht passiert, aber hat diese Partei wirklich keine anderen Sorgen? Und was sagt es über Führungsqualitäten einer Parteichefin aus, die sich von einer kleinen frechen Splittergruppe derart vorführen lässt?

Eva Glawischnig hat es nicht selbst geschafft, nach dem Offenen Brief der Grünen Jungchefin Flora Petrik im Hintergrund eine Lösung herbeizuführen. Stattdessen wurde eine Rausschmiss-Drohung über Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik und Vorstands-Mitglied Michel Reimon ausgesendet. Diese Vorgehensweise liefert nun gerade jenen die Bestätigung, die daran zweifeln, dass hier die richtige Person als Bundesparteivorsitzende eingesetzt ist.

Die Personaldebatte wurde nun eher befeuert als eingedämmt. Während SPÖ und ÖVP ähnlich wie es international im Moment en vogue ist, die Rechtspopulisten mit Rechtspopulismus zu schlagen versuchen, hätten die Grünen die Chance, im linken Wählerspektrum zu punkten. Vor allem bei den Jungen, die man mit einem derartigen Streit jedoch ordentlich verwirrt. Nun geht es um Personen, statt um die Sache. Aber was sind schon Themen wie Jugend-Arbeitslosigkeit, Umwelt, Digitalisierung, Integration, Migration, EU im Vergleich zur Entscheidung wer die Grünen bei den ÖH-Wahlen in Linz und Graz vertritt? (Rainer Schüller, 25.3.2017)

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