Neues System, neue Waffen, neue Sorgen

25. März 2017, 15:24
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Spät, aber doch: Die 3-4-3-Formation entfachte kein Feuerwerk, brachte dem ÖFB-Team aber drei Punkte. Alaba harmonierte auf links mit Arnautovic, der England-Legionär ist aber gegen Irland gesperrt. Goalie Lukse reiste aus dem Teamcamp ab

Wien- Bei Österreichs Fußball-Teamspielern ist die gegen Moldau vorgenommene Systemumstellung auf Gegenliebe gestoßen. Die 3-4-3-Variante habe auf Anhieb geklappt, man sei dadurch flexibler geworden. DIe ÖFB-Kicker wirkten zufrieden.

Martin Hinteregger meinte, das neue System habe "sehr gut" funktioniert, und sein Partner in der Abwehr-Dreierkette, Aleksandar Dragovic, ergänzte: "Wir haben das fast perfekt gemacht und nur eine Chance zugelassen."

Allein schon aufgrund der kurzen Zeit zum Einstudieren sei es klar, dass noch nicht alles wie am Schnürchen lief. "Wir müssen sicher noch einiges verfeinern, zum Beispiel die Laufwege oder das Timing beim Abspielen. Aber wir sind zu Chancen gekommen", betonte Zlatko Junuzovic.

So wie der Legionär von Werder Bremen sieht auch Martin Harnik das neue System als Bereicherung, aber nicht unbedingt als neue Einser-Variante. "Ich denke schon, dass es abhängig vom Gegner war. Das heißt aber nicht, dass es nicht ein System für die Zukunft sein kann." Das lange Festhalten von Teamchef Marcel Koller am 4-2-3-1 war für Harnik wenig überraschend. "Wir waren schon immer relativ flexibel. Wir haben eben lange ein System gespielt, mit dem wir sehr erfolgreich waren, deshalb mussten wir nicht viel ändern."

Alabas neue Gefährlichkeit

Für David Alaba war sein 55. Länderspiel eine neue Erfahrung. Nicht nur, weil der Star von Bayern München das ÖFB-Team erstmals als Kapitän aufs Feld führte. Der 24-Jährige kam gegen die Republik Moldau (2:0) auch erstmals unter Teamchef Marcel Koller nicht auf seiner bevorzugten Position im Mittelfeld-Zentrum zum Einsatz.

Stattdessen überzeugte er im neuen 3-4-3-System mit Marko Arnautovic auf der linken Außenbahn. "Wir haben das sehr, sehr gut umgesetzt. Ob das die Lösung sein wird für jeden Gegner, das weiß ich jetzt nicht unbedingt", sagte Alaba. "Ich denke, dass wir uns auf dieses Spiel konzentriert haben." Und da funktionierte es sehr gut.

Koller hatte schon Wochen vor dem Spiel das Gespräch mit seinem Superstar gesucht, ihm seine taktischen Pläne dargelegt. "Es ging darum, dass es gerade in diesem Spiel, wo die Mitte zu war, eine gute Möglichkeit wäre, über außen zu kommen", erklärte der Schweizer. "Es heißt jetzt nicht, dass wir das jedes Mal machen."

Gutes Zusammenspiel

Die beiden Freunde schienen in ihren neuen Rollen tatsächlich sehr gut zu harmonieren. "Es war nicht zu übersehen, dass wir uns sehr, sehr gut verstehen", sagte Alaba mit einem Lächeln. "Es klappt eben sehr gut mit sehr, sehr guten Spielern. Wir haben gezeigt, dass wir sehr gut harmonieren, uns gut verstehen auf dem Platz – und ähnlich wie bei Franck Ribery auch außerhalb des Platzes."

Der Wermutstropfen

Gegen Irland am 11. Juni werden aber sowohl Arnautovic als auch Stefan Ilsanker wegen Gelbsperren nicht mitwirken können.

Arnautovic war das anfangs gar nicht bewusst. "Für mich ist es sicher schmerzhaft. Ich wusste das nicht. Ich habe ganz vergessen, dass ich schon eine Gelbe Karte habe", erklärte der England-Legionär. Gesehen hatte er sie im Oktober gegen Wales (2:2).

Teamchef Koller hatte die gelbgefährdeten Spieler vor dem ersten Länderspiel des Jahres auch nicht auf mögliche Sperren hingewiesen. "Das haben wir nicht angesprochen. Wir gehen davon aus, dass sie das wissen, wenn sie eine Gelbe Karte geholt haben", sagte der Schweizer über seine Akteure. "Deswegen habe ich noch Bauchschmerzen."

Altach-Torhüter Andreas Lukse ist unterdessen nicht wegen metaphorischen, sondern wegen echten Magenproblemen endgültig aus dem Team-Camp abgereist. An seiner Stelle wurde Markus Kuster vom Bundesliga-Abstiegskandidaten SV Mattersburg nachnominiert. Für den 23-Jährigen ist es sein erste Einberufung. Damit ist auch klar, dass Sandhausen-Goalie Marco Knaller weiterhin keine Option für Teamchef Koller ist. (APA, red, 25.3.2017)

  • Ohne David Alaba und Marko Arnautovic lief in der ÖFB-Offensivabteilung wenig zu zusammen.
    foto: apa/punz

    Ohne David Alaba und Marko Arnautovic lief in der ÖFB-Offensivabteilung wenig zu zusammen.

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