Beinahe fatales Kreiseln in der Dauerschleife

25. März 2017, 00:00
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Österreich gab gegen die Moldau zwar klar den Ton an, versäumte es aber enervierend lange, einen Paukenschlag anzubringen

Heinz Lindner: Durfte im Jänner zu Frankfurt immerhin zweimal aktiv werden. An diesem Abend im frühlingskühlen Prater war er selbiges eher nur in der Theorie. Lief vielleicht in vernünftiger Vorwegnahme einer solchen Entwicklung in Leggings auf. Absolvierte die Pflicht der Abstoßausführung und des Ballauswerfens tadellos.

Aleksandar Dragovic: Gegen Ginsari wie weiland bei Leverkusen im Atlético-Mode und also gleich einmal ordentlich zu spät (2.), am Gelbbaum ordentlich rüttelnd. Griff wie die Nebenleute angesichts der gegnerischen Harmlosigkeit auch weiterhin zu oft zu unsauberem Instrumentarium, was der Moldau regelmäßig frei stoßende Atempausen verschaffte.

Sebastian Prödl: Konnte wie die Kollegenschaft in der beschnittenen Abwehrkette nach Belieben schalten und walten, die moldauischen Anforderungen an Österreichs Defensive gestalteten sich weitestgehend inexistent.

Martin Hinteregger: Auch er mit Muße im Übermaß, vielleicht war es das, was zur Spieleröffnung im Schlafwagenmodus verführte. Verantwortete im Vergleich zur restlichen ÖFB-Verteidigerschaft noch am ehesten Offensiv-Inputs. Sein beherzter Distanzansatz hätte Österreich beinahe aus der Sackgasse katapultiert, doch da war der Kollege Arnautovic vor.

Valentino Lazaro: Über seine rechte Flanke ging in der absoluten Anfangsphase das Ein oder Andere. Sicherte an Prödls statt in der Dreierkette ab, sobald dieser sich anlässlich von Cornern oder Freistößen in die Spitze expedierte. In der Folge allerdings eher der schüchterne Typ, der Raum Raum sein ließ. Versuchte dies zu Anfang der zweiten Halbzeit mit Tempodribblings zu ändern, fand da für seine Hereingaben aber keinen Abnehmer. Abgang zu Gunsten Jankos.

Zlatko Junuzovic: In der Bremer Alltäglichkeit zuletzt wieder im Aufwind befindlich, tauchte er erst zu Ende der ersten Halbzeit erstmals aus der Anonymität auf – da aber gleich im Doppel: ein Nichtschauzuspiel Marke Arnautovic vermochte er auch in zwei Anläufen nicht in Zählbares zu verwandeln. Sein unzweideutiger Antritt in der Endphase samt folgendem Geschoß Richtung langes Eck bereitete schließlich aber den Boden für Österreichs Führung und Sieg.

Stefan Ilsanker: Gab den etatmäßigen Alaba als erste Station vor der letzten Linie. Drückte jedoch dem Geschehen bestenfalls sanft seinen Stempel auf. Erlaubte sich stattdessen bei zu vielen langen Bällen mehrfach Unpräzises. Verpasst dank Gelb Irland.

David Alaba: Premierenkapitän. Postierte sich in neuer Rolle des öfteren gar höher als Linkspartner Arnautovic. Geschmeidigkeit vermählt mit technischer Brillanz bei einem frühen Lattenpendler (7.). In der Folge wollten sich genieartige Blitze jedoch nur noch tröpfelnd einstellen. Hatte seinen Antagonisten, sei es Golovatenko oder Dedov, in der Regel auf Zucker – nach erfolgter Vernaschung gebrach es jedoch an der notwendigen Zuspitzung. Ein Verpuffen in Schönheit. Trotzdem zweifellos Aktivposten.

Marcel Sabitzer: Aus ihm schien im Anfang sein gesamtes bislang so gelungenes Leipziger Dasein zu emanieren: Auch drei Moldauer auf einmal kamen ihm im Bedarfsfall gerade recht. Eine kurzentschlossene Direktübernahme nach Vorlage Alabas fiel etwas zu hoch aus (10.). Hernach prolongierte Flaute, die selbst Kapitän Ahab hätte zweifeln lassen mögen, ehe er eine Viertelstunde vor Schluss mit einem nicht letztgültig festzunagelnden Körperteil einer Hereingabe Arnautovics letzte Finesse zur Führung verlieh.

Guido Burgstaller: Ging in gewohnter Malochermanier in die im Werden begriffene Angelegenheit. Hatte jedoch unter Bindungsarmut ebenso wie an mangelnder Vorlagenqualität zu leiden. Erfolgserlebnisse blieben folglich Mangelware. Bei seinem einzigen klaren Abschlussansatz senkten sich die Schranken in Form der Beine von gleich zwei moldauischen Verteidigern. Beendete somit auch sein zehntes Ländermatch ohne Torerfolg, zehn Minuten vor dem Ende durch Harnik substituiert.

Marko Arnautovic: Bildete linkerhand im Verbund mit Alaba Österreichs Qualitätscluster Guter Abschluss in der Anfangsphase, der von Keeper Namasco aber doch entschärft wurde. Ließ sich immer wieder deutlich abfallen, um aus der Tiefe der Räume seine Anläufe zu nehmen. Ein sehr bemerkenswerter ergab sich anlässlich einer durchtriebenen Freistoßvariante quer über das gesamte Spielfeld. Überschießendem Adrenalin folgte eine Verwarnung der unnotwendigeren, die ihm das Spiel in Dublin kostet. Im Abseits lungernd, machte seine lange Leitung Österreichs mögliche Führung noch vor der Pause zunichte. Eine Form von Rehabilitation gelang mit der spekulativen Hereingabe, die im 1:0 münden sollte.

Marc Janko (ab 69.): Reüssierte beinahe beim Vorhaben, sich um Moldaus kantigen Innenback Posmac herumzuwinden – ein Abschluss ging sich für den Routinier somit immerhin noch aus (85.).

Harnik (ab 82.): Entscheider und Erlöser in einer Person. Verstärkte Namascos Schmerzen nach dessen schwacher Abwehr mit einem Gurkerl zum 2:0. Sein 15. Treffer im Teamdress.

Markus Suttner (ab 93.): Fehlerlos.

(Michael Robausch, 25.3. 2017)

  • Kopfsache: Stefan Ilsanker und Veaceslav Posmac.
    foto: apa/hochmuth

    Kopfsache: Stefan Ilsanker und Veaceslav Posmac.

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