Twingo GT: Das Doppelte von genug

31. März 2017, 07:47
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Renault spendiert dem heckgetriebenen Twingo einen kräftigen Drei-Zylinder-Turbo mit, boah, 110 PS.

Wien/Burgenland – "Nabistdu?" Hinter der Zapfsäule lugt ein Mann jenseits der 60 hervor, die Arme in die Hüften gestemmt. Leise gluckerte die Zapfsäule Sprit auch in seinen Twingo. Schon beim letzten Kreisverkehr habe er erkannt, dass dieser orange Twingo von einem anderen Planeten als dem seinen sein müsse, sagt er in einem geradezu liebevollen burgenländischen Dialekt.

foto: guido gluschitsch

Ja, der GT klingt ein wenig kerniger als der normale Twingo, schaut auch martialischer aus, in seinem Trainingsanzug. Und gut gehen tät er auch, meint das Gegenüber, das sich mit seinem Twingo hinter der Zapfsäule schon fast wie ein Spiegelbild ausnimmt. Denn nachgekommen sei er nicht, nach dem Kreisverkehr.

foto: guido gluschitsch

Die rund zehn Sekunden, die der Sporttwingo auf Tempo 100 braucht, sind kurzweilig in so einem kleinen Auto, bemerkenswert aber nur, wenn man selber in einem normalen Twingo oder Smart sitzt. Wenn wir aber an das protzige Drehmoment der E-Motoren von Renault denken, können wir uns so einen Murl auch gut im Muskel-Twingo vorstellen.

foto: guido gluschitsch

Während der Sprit in unsere Kleinwagen rinnt, fragt der Burgenländer die technischen Daten ab und vergleicht sie mit denen des seinen. Eindeutig, der "Orangane" ist besser, flotter und schöner, trotzdem gleich praktisch.

foto: guido gluschitsch

Ob dieser Twingo auch schon beim Service gewesen sei und ob nun das orange Licht im Armaturenbrett leuchte, fragt er. Nein, dieser Twingo sei nigelnagelneu und zuletzt habe nur die Tankleuchte ...

foto: guido gluschitsch

Es stellte sich heraus, dass die Reifendruckkontrollleuchte vor einem möglichen Luftverlust warnte. Schneller Check der Reifendrücke, alles okay, Löschen der Warnung, Aufstieg in den persönlichen Olymp des Burgenländers.

foto: guido gluschitsch

"Darf ich fragen, was dein Twingo kostet?" Die Unterlagen von Renault sprechen von fast 18.000 Euro mit dem 110 PS starken Turbo-Benziner im Heck, der die Hinterräder antreibt – und mit der feinen Ausstattung.

foto: guido gluschitsch

"Boah", sagt der Mann, "brauchen wird deiner auch mehr als meiner, und so eilig hab ich es nie", relativiert er fast entschuldigend und fügt an, dass sich sein Händler vielleicht nicht so gut mit Autos auskenne, aber seine Preise seien die Hälfte von den meinen. (Guido Gluschitsch, 31.3.2017)

Nachlese:

VW up!: Ohne Kleine gäbe es keine Großen

Smart Electric: Der Vorreiter beim Elektroauto legt nach

Die Renaissance des Heckantriebs

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Renault

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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