Roms Bürgermeisterin fährt statt zu Gedenken lieber auf Skiurlaub

24. März 2017, 12:44
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Opposition kritisiert Abwesenheit der Stadtchefin vor Feierlichkeiten zum 60. Jubiläum der Unterzeichnung der Römischen Verträge

Rom/Brüssel – Ein Skiurlaub von Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi in Südtirol wird in der Ewigen Stadt zum Politikum. Die 38-jährige Stadtchefin, die vor drei Wochen wegen eines Schwächeanfalls ins Krankenhaus eingeliefert worden war, gönnt sich diese Woche Urlaub auf der Seiseralm, während sich Rom auf die Feierlichkeiten für das 60. Jubiläum der Unterzeichnung der Römischen Verträge vorbereitet.

"Ich habe den Rat meines Arztes befolgt, der mir nach sieben Monaten ununterbrochener Arbeit einige Ruhetage verschrieben hat", schrieb Raggi, Politikerin der europakritischen Fünf Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo, auf Facebook.

Mit ihrem einwöchigen Urlaub mit ihrem Sohn zog sich die seit Juni in Rom amtierende Fünf-Sterne-Politikerin heftige Kritik zu. Oppositionsparteien behaupten, Raggi hätte die Stadt vor den Feierlichkeiten für das 60. Jubiläum der Unterzeichnung der Römischen Verträge in Rom im Stich gelassen. Dazu werden 27 Staats-und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzler Christian Kern sowie Zehntausende Demonstranten erwartet.

"Rom ist im Chaos"

"Nachdem sie in all diesen Monaten Amtszeit nichts zusammengebracht hat, fährt Raggi in die Berge. Rom ist im Chaos. Ein Bürgermeister, der seine Stadt liebt, ist in wichtigen Momenten anwesend", kritisierte das römische Stadtratsmitglied der oppositionellen Demokratischen Partei Orlando Corsetti.

Wegen ihres Urlaubs versäumte Raggi wichtige Termine, unter anderem die Gedenkzeremonie zum 73. Jahrestag des Massakers der Ardeatinischen Höhlen am Donnerstag. Damals hatten Nationalsozialisten 335 Zivilisten hingerichtet und in einem Massengrab verscharrt. Das Massaker galt als Vergeltung für das Partisanenattentat in der Via Rasella in Rom vom 23. März 1944. An der Gedenkzeremonie in Rom beteiligten sich Staatspräsident Sergio Mattarella und Verteidigungsministerin Roberta Pinotti.

"Zum ersten Mal war Roms Bürgermeister nicht bei der Gedenkzeremonie anwesend. Raggis Abwesenheit ist ein Affront für die Opfer dieses Massakers und ihrer Angehörigen sowie für die ganze Stadt", kommentierte die Oppositionspolitikerin Marta Bonafoni. PD-Politiker beschuldigten Raggi, mit revolutionären Slogans die Stadtregierung erobert zu haben und sich jetzt dem "bürgerlichen Ritual" des Skiurlaubs zu beugen. Indiskretionen zufolge will Raggi bis Samstag in Südtirol bleiben. Während ihrer Abwesenheit ließ sie sich von Vizebürgermeister Luca Bergamo vertreten. (APA, 24.3.2017)

  • Skifahren statt Gedenken: Virginia Raggi in der Kritik.
    foto: afp photo / andreas solaro

    Skifahren statt Gedenken: Virginia Raggi in der Kritik.

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