VW 4Motion: Caddy, Amarok und T6 Panamericana

4. April 2017, 08:11
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Die Nachfrage nach Allradantrieben bei den leichten Nutzfahrzeugen von VW überstieg die Erwartungen

Frankfurt – Als Anfang der 1980er-Jahre die ersten VW-Busse am Schöckl spazieren fuhren, haben die Pinzgauer sicher groß geschaut. Also die Pinzgauer, die bei Steyr Daimler Puch in Graz gebaut wurden – wie auch die offroadfähigen Busse, die dann später als T3 Syncro auf den Markt kamen.

foto: vw nutzfahrzeuge
Ein kurzer Blick auf die Bus-Historie.

Bis heute ist der Schöckl nicht nur der Hausberg der Grazer, sondern auch das Allrad-Testgelände der Puchwerke, in denen ja inzwischen Magna-Produkte für andere Hersteller vom Band laufen.

Und auch einen Syncro gibt es nicht mehr. Selbstredend hat Volkswagen den Allradantrieb weiterentwickelt und ihm einen neuen, anglizistischen Namen verpasst: 4Motion.

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Rund 15.000 Caddys liefen 2016 mit Allradantrieb vom Band.

Ganz egal, ob der Allrad zuschaltbar ist, auf einem Torsen-Differenzial basiert oder – wie in den allermeisten Fällen – eine ökonomische Hang-on-Lösung ist: Er heißt bei VW 4Motion. Auch bei den Nutzfahrzeugen.

Extraportion Traktion

Inzwischen wissen ja nicht nur Förster, Jäger, Steinebrecher, Hüttenbesitzer und Liftwarte, dass man die Extraportion Traktion nicht oft benötigt, aber wenn man sie braucht, ist sie nicht einmal mit Gold aufzuwiegen.

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Der Amarok bekommt nun eine weitere V6-Diesel-Motorisierung.

Da spielt gerade der Hang-on-Allrad seine Stärke aus, denn er schaltet sich erst zu, wenn dieser seltene Moment da ist, wo gleich nichts mehr geht – dann schließt die Kupplung aber blitzschnell.

Auf der Autobahn und den asphaltierten Powerstages zwischen den einzelnen Futterstellen wird also nur eine Achse angetrieben, was ordentlich Sprit spart.

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Der VW T6 Panamericana geht gerade in seine dritte Generation, hat serienmäßig einen Unterfahrschutz und Seitenschweller, der Allradantrieb ist aber optional.

Die 4Motion-Version des Caddy hat diesen Antrieb verbaut, wie auch die des T6, besser als VW-Bus bekannt, und auch den Pick-up Amarok gibt es mit dem System. Obwohl: Letzteren kann man auch mit einem zuschaltbaren Allrad samt Untersetzung ordern.

Der Amarok hat ja das Segment der Pick-ups bei uns erst stadtfein gemacht. Bis dahin waren Hilux, L200, BT 50, und wie die Konkurrenten sonst noch heißen, ja am ehesten im Arbeitseinsatz zu finden. Aber wie auch schon Bus und Caddy fanden erstaunlich viele Privatkunden gefallen am Lastler.

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Während die Konkurrenz ihre Downsizing-Ideen auch über die Pick-ups stülpt, bringt VW im Amarok neben dem 224 PS starken V6-Diesel nun einen zweiten mit 204 PS. Schnurrt wie ein Kätzchen und gräbt sich durch den Schlamm wie ein Bär.

Volkswagen rollt also seine Allradaktivitäten kontinuierlich weiter aus und denkt auch im Nutzwagenbereich den Privateinsatz mit: Das sieht man beim Caddy Edition 35 mit einer Innenausstattung, die eher den Chef anspricht, als im Lager sinnvoll ist, oder dem T6 Multivan Panamericana, der Lust aufs Weltumrunden macht, oder eben beim V6-Amarok.

foto: vw nutzfahrzeuge

Dabei gibt VW selbst zu, dass die Nachfrage nach den 4Motion-Antrieben die eigenen Erwartungen deutlich überstiegen hat. Von den 477.000 produzierten Autos, die bei Volkswagen Nutzfahrzeuge 2016 vom Band liefen, hatten 88.500 einen Allradantrieb.

Das Ranking führen übrigens die T-Modelle mit 44.500 Einheiten an, vor den Amaroks mit rund 29.000 Stück und den Caddys mit rund 15.000 Fahrzeugen. (Guido Gluschitsch, 4.4.2017)

Nachlese:

VW Crafter: Damit Sie auch morgen noch craftvoll zureisen können

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Volkswagen Nutzfahrzeuge

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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