2006–2017: Sony schickt Playstation 3 in Pension

24. März 2017, 10:41
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Produktion in Japan und den USA wurde bereits gestoppt, Auslieferung geht zu Ende

Sonys 2006 in Japan und den USA gestartete Spielkonsole Plastation 3 tritt langsam aber sicher die Pension an. Wie der Konzern gegenüber dem Branchenblog Kotaku bestätigte, wird die PS3 in ihrem Heimatland "bald" nicht mehr ausgeliefert. Die Produktion wurde bereits gestoppt. In Nordamerika wurde die Auslieferung bereits im Oktober 2016 eingestellt. Eine Anfrage des GameStandard, ob das auch auf Europa zutrifft, wurde noch nicht beantwortet, doch auch in unseren Breitengraden scheinen die Tage der PS3 gezählt zu sein.

Die Playstation 3 kam ein Jahr nach Microsofts Xbox 360 auf den Markt. Der Start verlief weltweit eher schleppend. Grund dafür war ein vergleichsweise hoher Einstiegspreis von 499 Euro bzw. 599 Euro für die Version mit 60-GB-Festplatte sowie eine komplexe CELL-Prozessorarchitektur, die die Entwicklung von Games erschwerte. Die Folgen für Sony waren verheerend: Sorgte die Games-Sparte des Konzerns in den PS1- und PS2-Jahren noch für Milliarden-Gewinne, bescherten die hohen Entwicklungskosten der PS3 schwere Verluste.

Späte Wende

Die Wende gelang erst mit dem ersten "Slim"-Modell nach mehrfacher Überarbeitung der Konsole, was auch die Streichung einiger urspünglicher Features wie der Abwärtskompatibilität zu PS2-Spielen nach sich zog. In Summe dürfte die PS3 finanziell kein großer Erfolg gewesen sein, doch unter anderem setzte Sony mit der Konsole das Blu-ray-Format sowie den Abodienst Playstation Plus durch und konnte mit mehr als 85 Millionen verkauften Geräten den Grundstein für die PS4 setzen.

Der wirtschaftliche Erfolg der Nachfolgerin ist dem durch die PS3-Probleme erzwungenen Umdenken innerhalb des Konzerns zu verdanken. Das neu formierte Management wandte sich von der Designphilosophie des "Playstation-Vaters" Ken Kutaragi ab und setzte unter der Leitung Mark Cernys auf eine entwicklungsfreundliche und kostengünstigere X86-Plattform. Mit 55 Millionen verkauften Geräten könnte die PS4 die PS3 noch in dieser Generation einholen. (zw, 24.3.2017)

  • "Playstation-Vater" Ken Kutaragi präsentiert die PS3.
    foto: reuters/kiyoshi ota

    "Playstation-Vater" Ken Kutaragi präsentiert die PS3.

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