Merkel will sich mit Wahlkampf Zeit lassen

24. März 2017, 09:10
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Kanzlerin will sich von SPD nicht unter Druck setzen lassen – "In der Politik ist in gewisser Weise immer Wahlkampf"

Berlin – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich trotz der guten Umfragewerte für ihren SPD-Herausforderer Martin Schulz mit dem Start der heißen Bundestags-Wahlkampfphase Zeit lassen.

"In der Politik ist in gewisser Weise immer Wahlkampf, aber jeder Wahlkampf kennt immer auch unterschiedliche Phasen. Es gibt Phasen – und in einer solchen sind wir jetzt – in denen es darum geht, einfach unsere Arbeit mit guter Politik zu machen. Und es gibt dann die sogenannte heiße Wahlkampfphase, die noch lange nicht erreicht ist", sagte Merkel der "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier" (Freitag).

Zudem mache es laut Merkel "einen Unterschied, ob man als Juniorpartner einer Großen Koalition oder so wie ich als Bundeskanzlerin in den Wahlkampf geht – denn die Menschen erwarten, und zwar zu Recht, dass auch in der Zeit des Wahlkampfs gut regiert wird". Die Union habe "immerhin eine gemeinsame Kanzlerkandidatin – das ist ja schon mal etwas", sagte sie – auch mit Blick auf das nicht immer einfache Verhältnis zur Unionsschwester CSU.

Streitpunkt Flüchtlinge

Bis Ende Juni wollten CDU und CSU nun "zusammen ein Programm entwickeln. Auch da mag es einzelne Unterschiede zwischen CDU und CSU geben, das war immer so, denn wir sind zwei Parteien und nicht eine", sagte Merkel. Ein strittiges Thema werde die Obergrenze für Flüchtlinge bleiben, machte Merkel deutlich: "Meine Haltung dazu ist unverändert und sie ist bekannt." Merkel lehnt die von CSU-Chef Horst Seehofer geforderte Obergrenze ab.

Einer Umfrage von Infratest-Dimap zufolge wünschen sich 44 Prozent der Bürger, dass die nächste deutsche Bundesregierung von der SPD geführt wird; nur jeder Dritte will weiterhin ein unionsgeführtes Kabinett. Das geht aus dem "Deutschlandtrend" im ARD-"Morgenmagazin" hervor, der im Kanzlerduell auch weiter den Sozialdemokraten Martin Schulz vorne sieht. (APA, 24.3.2017)

  • Keine Raute: Angela Merkel kann auch anders.
    foto: ap photo/michael probst, file

    Keine Raute: Angela Merkel kann auch anders.

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