Junge wollen ins Start-up, Ältere in mittelgroße Betriebe

24. März 2017, 09:47
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Österreich wird als guter Standort fürs Gründen bewertet, der Wunsch nach Selbstständigkeit ist dennoch gering

Eigentlich sollte man glauben, dass die meisten Menschen gerne ihr eigener Chef wären – und tatsächlich sieht das im weltweiten Schnitt auch mehr als jeder zweite Arbeitnehmer so. In Österreich hingegen ist der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit mit nur 30 Prozent sehr schwach ausgeprägt. Genau genommen liegt man damit auf dem viertletzten Platz von 33 Ländern, in denen die Umfrage zum Workmonitor des Personaldienstleisters Randstad im ersten Quartal 2017 stattgefunden hat.

Es geht nicht nur ums Geld

Die Schlussfolgerung, dass diese Zögerlichkeit mit finanziellen Risiken zusammenhängt, liegt nahe. Doch nur 37 Prozent der Österreicher würden sich selbstständig machen, wenn nicht die Angst vor einer Unternehmenspleite zu groß wäre. Österreich liegt damit weltweit auf dem drittletzten Platz – im globalen Durchschnitt würden 57 Prozent der Befragten eine Unternehmensgründung bei geringerem Risiko in Erwägung ziehen.

Ein wenig risikofreudiger wären die Österreicher allerdings bei Verlust des derzeitigen Jobs: weltweit "nur" für 47 Prozent der Befragten ein Grund, eine Unternehmensgründung anzustreben – aber jeder dritte Arbeitnehmer hierzulande würde in diesem Fall den Schritt in die Selbstständigkeit erwägen. Man liegt also auch hier unter dem internationalen Schnitt, nähert sich diesem aber an.

Österreich wird als solider Standort für Start-ups bewertet

Dabei wird Österreich an sich nicht als schlechter Standort zur Gründung von Start-ups gesehen. 56 Prozent der Befragten glauben, dass Österreich ein guter Standort für ein Start-up-Unternehmen ist – was genau dem weltweiten Schnitt entspricht. Auch die Frage, ob die Regierung aktiv die Gründung von Start-ups unterstütze, bejahen 56 Prozent der Befragten – in diesem Fall landet Österreich damit aber sogar im oberen Drittel und verpasst nur knapp die Top Ten.

KMU, Konzern oder Start-up?

Wenn es darum geht, Mitarbeiter für sich zu gewinnen, haben Start-ups es schwieriger. Die Mehrheit der Befragten (63 Prozent) würde gerne in einem mittelständischen KMU arbeiten und mehr als jeder Zweite ebenso gerne in einem internationalen Konzern. Für die Mitarbeit in einem Start-up könnten sich hingegen nur 39 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer begeistern. Möglicherweise liegt auch das am Vorsichtsdenken der Österreicher, die damit auf den letzten sieben Plätzen landen. Denn Start-ups können meist nicht die gleiche wirtschaftliche Sicherheit wie ein etabliertes Unternehmen bieten. Die traditionellen Vorzüge eines Start-ups – etwa flache Hierarchien oder die Möglichkeit, ein Unternehmen in der Entstehung mitzuformen – führen dazu, dass jüngere Menschen (48 Prozent) sich ein Start-up eher als Arbeitgeber vorstellen könnten als die älteren Befragten (31 Prozent).

Die quantitative Studie wurde über einen Online-Fragebogen in 33 Ländern durchgeführt. Befragt wurden Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren, die mindestens 24 Stunden pro Woche einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen (keine selbstständig Erwerbstätigen). Die minimale Stichprobengröße liegt bei 400 Befragungen pro Land und wird von Survey Sampling International (SSI) durchgeführt. (red, 24.3.2017)

  • Eigener Chef, entgrenzt, aber frei – oder doch mehr Sicherheit im KMU?
    foto: reuters

    Eigener Chef, entgrenzt, aber frei – oder doch mehr Sicherheit im KMU?

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