Brasilien-Fleischskandal: EU fordert freiwilligen Exportstopp

24. März 2017, 10:21
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Diplomaten setzen auf Verzicht Brasiliens

Brasilia – Die Europäische Union fordert von Brasilien eine freiwillige Aussetzung der Fleischeinfuhren in EU-Mitgliedsländer. Hintergrund ist der Gammelfleischskandal in dem südamerikanischen Land. EU-Diplomaten sagten am Donnerstag in Brasilia der Nachrichtenagentur Reuters, mit einem freiwilligen Verzicht könne Brasilien ein Importverbot verhindern.

Die EU-Kommission hat in dieser Woche bereits die Einfuhr von Produkten aus vier brasilianischen Fleischverarbeitungsanlagen untersagt. EU-Experten treffen sich an diesem Freitag in Brüssel, um über das weitere Vorgehen zu beraten. China und Chile verhängten bereits einen vorläufigen Importstopp.

Die brasilianische Polizei wirft einigen Konzernen nach einer Razzia am Wochenende vor, vergammelte und überalterte Fleischprodukte auf den Markt gebracht zu haben. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. Nach Einschätzung von Agrarminister Blairo Maggi ist das "Schlimmste vorüber". Brasilianische Produkte seien ungefährlich und das Problem überschaubar, sagte er am Donnerstag in einem Interview.

Das Land ist mit einem jährlichen Ausfuhrvolumen von umgerechnet mehr als elf Milliarden Euro der größte Rindfleischexporteur der Welt. Die Fleischbranche ist einer der wenigen florierenden Wirtschaftssektoren im rezessionsgeplagten Brasilien. (APA, 24.3.2017)

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