Neue Wirtschaftsinitiative: "Keyplayer" sollen "anpacken"

24. März 2017, 13:00
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Die Plattform "Anpacken" will Aufbruchstimmung ins Land bringen und für den Wirtschaftsstandort Österreich kämpfen

Wien – Noch verrät die Homepage kaum etwas: "Bald packen wir's an!" ist darauf nur zu lesen. Inhalte gehen erst kommenden Dienstag online. An diesem Tag stellt sich die neue Initiative "Anpacken" im Leopold-Museum in Wien vor. Ziel sei es, ein "positives Zukunftsbild" für Österreich zu zeichnen. Die Initiative möchte Bereiche wie Bildung, Innovation und einen "leistungsfähigen Staat" ansprechen, heißt es – noch bleibt das aber vage.

Rund 40 Personen aus Wirtschaft, Kultur und aus dem NGO-Bereich haben sich zusammengefunden – darunter die Direktorin des Kunsthistorischen Museums Sabine Haag, EVN-Vorstandsmitglied Stefan Szyszkowitz, Industriellenvereinigungspräsident Georg Kapsch, Uni-Leoben-Rektor Wilfried Eichlseder oder Post-Generaldirektor Georg Pölzl. Zu den prominenten "Anpackern" sollen sich bereits zig weitere Mitstreiter gefunden haben.

"Rückenwind für Veränderungen"

"Anpacken wurde aus der Idee geboren, Rückenwind für Veränderungen zu geben", erklärt Post-Generaldirektor Pölzl sein Engagement im Gespräch mit dem STANDARD. Denn der Wirtschaftsstandort Österreich gehöre wieder zurück auf einen Spitzenplatz. Es gehe dabei auch darum, Mut zu machen, sagt Pölzl.

Mitstreiter Martin Radjaby-Rasset, Geschäftsführer der Werbeagentur Jung von Matt, hofft auf rund tausend "Keyplayer", denn: "Wir wollen die kritische Masse erreichen, damit Themen nicht wieder einfach von der Agenda verschwinden."

Mit dabei ist auch Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wiener Wirtschaftsuniversität. Auch sie tritt gegen Mieselsucht auf: "Wir leben in einem lebenswerten Land, Österreich hat Erfolge und Stärken, aber vor allem noch viel Potenzial. Trotzdem herrscht oft schlechte Stimmung und ein – scheinbarer – Stillstand bei wichtigen Themen." Österreich und "vor allem die Wahrnehmung unseres Landes innerhalb der Bevölkerung sollen positiv verändert werden", hofft die Rektorin: "Generell soll eine Aufbruchsstimmung im Land erzeugt werden."

Hoffen auf Schneeballprinzip

Und wie soll diese überparteiliche Plattform funktionieren? "Ich hoffe, dass nach dem Dienstag weitere Debatten entstehen, dass die Vernetzung weiter vorangeht, sagt Pölzl. Radjaby-Rasset will "positive Projekte vor den Vorhang bitten". Hanappi-Egger hofft ebenso auf das Schneeballprinzip: "Personen laden andere Personen ein, Teil der Initiative zu sein, und die geben das dann auch weiter." Letztlich wolle die Initiative einen öffentlichen Dialog initiieren "und die Politik dazu ermuntert, Dinge anzupacken".

Dass die Politik mitziehen wird, steht für Post-Generaldirektor Pölzl bereits fest: Denn er ist überzeugt, dass "Stillhalten und Nichtbewegen abgewählt wird". Jetzt sei vor allem eines entscheidend: dass sich etwas bewegt.(Peter Mayr, 24.3.2017)

  • Post-Generaldirektor Georg Pölzl ist einer von vielen, die sich bei "Anpacken" engagieren.
    foto: apa/punz

    Post-Generaldirektor Georg Pölzl ist einer von vielen, die sich bei "Anpacken" engagieren.

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