Bizarrer Rechtsstreit in Wiener Ärztekammer

23. März 2017, 15:57
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Wiener Standesvertretung klagt Marcus Franz wegen übler Nachrede – dieser fordert eine Entschuldigung von Kammerpräsident Szekeres

Wien – Kurz vor Wahlschluss scheinen in der Wiener Ärztekammer die Nerven aller Beteiligten angespannt zu sein. Bis Samstag können die Wiener Ärzte noch ihre Stimme abgeben.

Die Wiener Standesvertretung hat Marcus Franz, Internist und wilder Abgeordneter, auf Unterlassung geklagt. Franz hatte in einem Blogbeitrag behauptet, der amtierende Präsident Thomas Szekeres habe sich den Vorsitz bei der Wahl 2012 erkauft, indem er einen zusätzlichen Vizepräsidentenposten geschaffen habe, für den er die Statuten ändern musste. Der streitbare Arzt und Politiker kann nicht nachvollziehen, warum die Kammer nun gegen ihn gerichtlich vorgehen will und nicht der Präsident selbst.

Szekeres sieht aber das Ansehen der Standesvertretung "beschmutzt", wenn jemand in den Raum stellt, man könne sich "die Ämter kaufen". Sollte Franz den Blogbeitrag offline nehmen, will er von einer Klage absehen.

Doch so einfach will der Internist nicht einlenken. Er zeigt sich gesprächsbereit, fordert aber eine Entschuldigung von Szekeres, der sich seiner Ansicht nach durch die Klage unkollegial verhalten habe. Franz tritt mit der Liste Aeskulap – Freie Fachärzte in Wien bei der Wahl an. (mte, 23.3.2017)

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