EU-Kommission sind Kosten von Nicht-Euro-Überweisungen zu hoch

23. März 2017, 15:34
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Teil eines Aktionsplans gegen ungünstige Gebührenpraktiken – Auch Preise von Mietautos zu intransparent

Brüssel – Die EU-Kommission will Banken dazu verpflichten, die Gebühren für grenzüberschreitende Überweisungen in Nicht-Euro-Länder zu senken. Für Verbraucher ungünstige "Gebührenpraktiken" sollen abgeschafft werden, heißt es in einem "Aktionsplan zu Finanzdienstleistungen für Verbraucher", den die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel vorstellte.

In dem Papier sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen, die Verbrauchern die Nutzung von Finanzdienstleistungen in der Europäischen Union erleichtern sollen. Teilweise würden bei Auslandsüberweisungen hohe Gebühren fällig, heißt es darin. Banken in Rumänien und Bulgarien – beide Länder gehören nicht der Währungsgemeinschaft an – könnten demnach zwischen 15 und 30 Euro Gebühren für eine grenzüberschreitende Überweisung im Wert von 100 Euro erheben. Diese Kosten müssten sinken.

Die Kosten für grenzüberschreitende Euro-Überweisungen sind bereits gesetzlich gedeckelt: Sie dürfen nicht mehr kosten als Inlandsüberweisungen. In Schweden, das den Euro noch nicht eingeführt hat, gilt derselbe Gebührensatz wie für Inlandsüberweisungen, ob in Euro oder in Kronen. Die Kommission will einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen – ein konkretes Datum nannte sie aber nicht.

Der Aktionsplan sieht zudem vor, die Wechselgebühren etwa von Onlineshops oder Hotels transparenter zu machen. Die erhobenen Gebühren fallen demnach oft höher aus als bei einer Abhebung in der Fremdwährung mit der Bankkarte. Einen echten Wettbewerb gebe es in der Branche nicht, bemängelte die EU-Behörde, da Verbrauchern die nötigen Informationen fehlten.

Standards für Bonitätsprüfung

Die Kommission will außerdem EU-einheitliche Standards für die Bonitätsprüfung bei der Vergabe von Privatkrediten setzen. Darüber hinaus soll der Austausch von Daten zwischen verschiedenen Kreditregistern erleichtert werden. Bis 2019 soll eine entsprechende Empfehlung oder Leitlinie folgen.

Auch bei Versicherungen sieht der Plan Änderungen vor. Schadensfreiheit beim Autofahren ist bei der Höhe der Versicherungssumme maßgeblich. Wenn Verbraucher zu einem anderen Anbieter wechseln, spiegelt sich diese aber oft nicht in der Höhe der Prämie wider. Die EU-Kommission will nun prüfen, inwiefern Schadensfreiheitsrabatte EU-weit geltend gemacht werden können.

Bei einem Unfall im EU-Ausland ist bereits festgelegt, dass Geschädigte einen Schadensersatz- beziehungsweise Schmerzensgeldanspruch haben. Eine EU-weite Regelung im Fall einer Insolvenz des zuständigen Versicherers gibt es bisher jedoch nicht. Die EU-Kommission kündigte an, zu untersuchen, wie Unfallopfer auch in solchen Situationen entschädigt werden können.

Änderungen soll es zudem bei der Autovermietung geben. Im Jänner hatte die EU-Kommission bereits mit den fünf größten Anbietern in der Europäischen Union – Avis, Europcar, Enterprise, Hertz und Sixt – eine transparentere Preispolitik und Informationen über die Deckung der Versicherung im Schadensfall durchgesetzt. Diese will die Behörde nun auf den übrigen Markt ausweiten. (APA, 23.3.2017)

  • Der "Aktionsplan zu Finanzdienstleistungen für Verbraucher" soll ungünstige Gebührenpraktiken beseitigen.
    foto: apa/helmut fohringer

    Der "Aktionsplan zu Finanzdienstleistungen für Verbraucher" soll ungünstige Gebührenpraktiken beseitigen.

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