Fast 6.000 Tuberkulosefälle in Deutschland im Jahr 2016

23. März 2017, 10:45
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Das Robert Koch-Institut sieht einen Zusammenhang mit der aktuellen Zuwanderung

Berlin – Bei der Zahl der Tuberkulosefälle zeigt die Tendenz in Deutschland nach oben. Im Jahr 2016 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 5.915 Erkrankungen. 2015 waren es 5.852, teilte das Institut anlässlich des Welttuberkulosetag am 24. März mit. Damit sind die Zahlen nach einem Tiefststand im Jahr 2012 (4.112 Fälle) deutlich angestiegen.

"Es gibt einen Zusammenhang mit der aktuellen Zuwanderung", sagte RKI-Infektionsforscherin Lena Fiebig. "Migration ist aber nicht die Ursache von Tuberkulose, das Bakterium ist es", ergänzte sie. "Es ist sehr ungleich in der Welt verteilt, aber es kommt auch in Deutschland vor."

Bei Tuberkulosefällen werde der Anlass der Diagnose erfasst, erläuterte Fiebig. "Daher wissen wir, dass ein großer Teil der höheren Fallzahlen Tuberkulosen entspricht, die bei gesetzlich vorgeschrieben Untersuchungen vor Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft diagnostiziert wurden." Dazu zählten nicht nur Quartiere für Flüchtlinge. Die Auflagen gelten zum Beispiel auch für den Haftantritte in Gefängnissen. Zu Risikogruppen für TBC zählen neben Menschen aus Regionen mit hoher Tuberkuloserate zum Beispiel auch Obdachlose und Drogenabhängige. (APA, dpa, 23.3.2017)

  • Der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop. Die Infektionskrankheit Tuberkulose (TB) ist auch in Europa längst nicht ausgerottet.
    foto: apa/gudrun holland/robert koch institut

    Der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop. Die Infektionskrankheit Tuberkulose (TB) ist auch in Europa längst nicht ausgerottet.

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