Segelschiff "Fleur de Passion" bricht zur Riff-Kartierung auf

    22. März 2017, 16:28
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    Schweizer Schiff soll zwei Monate lang die Gewässer am Great Barrier Reef befahren

    Brisbane – Die Crew des Segelschiffs "Fleur de Passion" der Genfer Stiftung Pacific Foundation will zwei Monate lang das Great Barrier Reef studieren. In Zusammenarbeit mit australischen Universitäten soll ein Teil des Korallenriffs genau abgebildet werden.

    Das historische Segelschiff unter Schweizer Flagge erreichte Brisbane im November 2016 nach einer siebenmonatigen Pazifiküberquerung. Es war die längste Etappe der Expedition, die im April 2015 zu einer wissenschaftlichen Reise und einem menschlichen Abenteuer aufgebrochen war: vier Jahre auf den Spuren des portugiesischen Seefahrers Ferdinand Magellan. Ziel ist die Erforschung und der Schutz der Ozeane.

    Die Mission

    Die australische Etappe der Schweizer Expedition "Ocean Mapping" wurde am Mittwoch in Brisbane vorgestellt: Von April bis Ende Mai wollen Forschende der University of Queensland und der NGO "CoralWatch" gemeinsam mit der Crew des historischen Segelschiffs das Riff vor der nördlichen Ostküste Australiens zwischen Townsville und Cooktown abbilden.

    Freiwillige werden sich an Bord abwechseln, um die Gesundheit der Korallen zu untersuchen und den Meeresboden zu fotografieren. "Diese Arbeit umfasst das Erstellen von 20.000 bis 30.000 Aufnahmen", erklärte Chris Roelfsema, Meeresgeograf an der University of Queensland. Diese Herkulesaufgabe deckt dabei nur 0,5 Prozent des riesigen Korallenriffs ab, das insgesamt 340.000 Quadratkilometer umfasst – fast die Fläche der Schweiz und Italiens zusammen.

    Wichtiger Detailblick

    Trotzdem ist es ein wichtiger erster Schritt. "Mithilfe einer Modellierung können wir extrapolieren und unsere Kenntnisse erweitern", so Roelfsema. Nur fünf bis zehn Prozent des Barrier Reef seien verzeichnet. Satellitenbilder zeigten zwar die genauen Konturen, aber man könne darin die Zusammensetzung des Riffs nicht unterscheiden.

    "Wir müssen die genaue Zusammensetzung kennen, um sie dort schützen zu können, wo es möglich ist. Vorstellbar wäre zum Beispiel ein Schifffahrtsverbot an Orten, wo die Korallen noch gesund sind", sagte der Wissenschafter. (APA, red, 22. 3. 2017)


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