"Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht nervig bin"

22. März 2017, 16:10
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Stoke-Legionär Marko Arnautovic glaubt vor Match gegen Moldau, dass Österreich eine "brutal gute" Fußballmannschaft sein kann

Wien – Für Marko Arnautovic ist Fußball in erster Linie ein Spiel "elf gegen elf". Dass die Republik Moldau in der Weltrangliste als Nummer 162 geführt wird (Österreich ist 34.) und in den vergangen drei Jahren zwei, allerdings hochverdiente Siege gegen Andorra und einen 2:0-Erfolg gegen San Marino anzubieten hat, sei zu vernachlässigen. Reiner Schmafu. "Sie können es, sie werden sich reinstellen und auf Konter lauern. Wir müssen Lösungen finden, brauchen Geduld."

Arnautovic sagt, er rede gar nicht so gerne, er sei Fußballprofi geworden, um auf dem Platz und nicht vor den Mikrofonen Leistung zu bringen. Dass ihn irgendeine windige Studie als den nervigsten Sportler Österreichs ausgewiesen hat, tangiert Arnautovic nicht. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht nervig bin. Die anderen sind mir egal."

Am Freitag wird die WM-Qualifikation im Happel-Stadion fortgesetzt, es wurden bisher nur rund 18.500 Karten abgesetzt. Arnautovic fasst deshalb keine Depression aus. "Ich weiß ja nicht, welche wichtigen Termine die Leute haben. Großes Lob an jene, die kommen." Möglicherweise sei die Partie der Beginn einer groß angelegten "Rückholaktion".

Arnautovic probiert, ein Leader zu sein. Sein Job sei es, die andere mitzureißen. "Das ist eine Verpflichtung. Jene, die eine Supersaison haben, müssen die anderen aufmuntern. Fraglich ist, ob die Mitspieler mir auch immer zuhören." Seine Saison sei eindeutig super, bei Stoke City laufe es prächtig. "Aber schon die Saison davor war super. England hat mich zu einem besseren Spieler gemacht, dort gehöre ich hin." Auch körperlich sei er fit wie ein Turn- beziehungsweise Fußballschuh. "Ich wiederhole mich gerne, ich bin eine Maschine."

3-5-2-System

Anzeichen verdichten sich, dass Teamchef Marcel Koller gegen Moldau ein 3-5-2-System ausprobiert, also die Abwehr aus drei Innenverteidigern (Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Sebastian Prödl) gebildet wird. Arnautovic hätte links im Fünfermittelfeld auch defensive Aufgaben zu lösen. Er kann damit leben. "Gleichgültig, welche Formation. Dort, wo man spielt, bekommt man eine Aufgabe zugeteilt. Die muss jeder erfüllen. Ich spiele überall, wo mich der Trainer aufstellt. Notfalls auch im Tor." Andreas Lukse leidet an einer Magenverstimmung, Heinz Lindner ist aber die weit wahrscheinlichere Alternative als Arnautovic.

Es gehe darum, sagt der Stürmer, "das Ding in die richtige Richtung zu drehen." Die verpatzte EM und den von den Resultaten her mäßigen Start in die WM-Quali müsse man beiseiteschieben. "Egal, was gestern war, entscheidend sind das Heute und das Morgen." Konkretisierung: "Wichtig ist Freitag, 20.45 Uhr. Wenn alles funktioniert, sind wir nach wie vor eine brutal gute Mannschaft."

Der 27-jährige Arnautovic bestreitet sein 61. Länderspiel, er hat bisher 13 Tore erzielt. Eine Prognose möchte er nicht abgeben. "Ich bin ja nicht Gott. Wenn jeder von uns die richtige Einstellung im Kopf hat und die 100 Prozent auch auf den Platz bringt, ist die Wahrscheinlichkeit, zu gewinnen, sehr groß." Nach der Partie werde er selbstverständlich wieder reden. "Sonst würden die Medien und Fans genervt sein." (Christian Hackl, 22.3.2017)

  • Marko Arnautovic tritt am Freitag mit dem ÖFB-Team im Happel-Stadion an. Moldau wird erwartet.
    foto: reuters/foeger

    Marko Arnautovic tritt am Freitag mit dem ÖFB-Team im Happel-Stadion an. Moldau wird erwartet.

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