Wedding Planner: "Sind nicht Jennifer Lopez"

22. März 2017, 12:46
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Heimische Wedding Planner wollen weg vom Image der Hausfrauennebenbeschäftigung. Das soll mit Zertrifizierungen zur Qualitätssicherung gelingen

Wien – "Es gehört mehr dazu, als Rosenblätter zu zupfen", beschreibt Angela Lindner, Branchensprecherin der sogenannten Wedding Planner, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien ihre Tätigkeit und die ihrer Kolleginnen und Kollegen. Das Geschäft mit der Ehe boomt – und immer mehr "Hochzeitsprofis" drängen in den Markt.

Die heimischen Wedding Planner reagieren darauf mit einer Zertifizierung, die die Qualität sicherstellen soll. Man wolle weg vom Image der Hausfrauennebenbeschäftigung, sagt Lindner und spielt auf die medial verbreiteten Klischees der Tätigkeit an: "Wir sind nicht Jennifer Lopez."

Nach 50 Trauungen wird aufgestuft

Die Berufsgruppe, die mit anderen Eventmanagern in der Wirtschaftskammer angesiedelt ist, scheint tatsächlich ein wenig Organisation nötig zu haben: So konnte Lindner die Zahl der Hochzeitsplaner nur schätzen – 120 bis 150 soll es hierzulande geben. Genaueres versucht man derzeit durch eine Erhebung herauszufinden.

Fix ist hingegen das Zertifizierungsmodell: Erforderlich ist eine entsprechende Eventmanagementausbildung oder ein Praktikum, drei Jahre Berufserfahrung, mindestens 15 erfolgreich organisierte Hochzeiten sowie eine Prüfung, um es zum Junior Wedding Planner zu schaffen. Nach 50 Trauungen und mindestens sieben Jahren im Job winkt die Aufstufung zum Senior Wedding Planner.

Bis zu 30.000 Euro pro Hochzeit

Auch wenn es keine Zahlen gibt, wie viele der 44.475 im Jahr 2016 geschlossenen Ehen von einem Profi organisiert wurden, ortet man einen stetigen Aufwärtstrend. "Ein Wedding Planner macht Sinn, um Geld, Zeit und Nerven zu sparen", findet Lindner. Wer denke schon daran, dass man als Brautpaar auch für Schäden haftet, die bei einer wilderen Hochzeit in der Traumlocation entstehen können? Mit wenigen Euro für eine Haftpflichtversicherung ist man hier auf der sicheren Seite. Der Trend, per Drohne Aufnahmen von oben zu machen, sei nicht unproblematisch. Wedding Planner wüssten, wie man die gesetzlichen Bestimmungen einhält.

Es gelte, sich vor der Sause umfassend abzusichern – durch die erstmals erstellten allgemeinen Geschäftsbedingungen. "Denn wenn es Brösel gibt, kann es sehr unangenehm werden", sagte Lindner. Immerhin sind bei einer Hochzeit im Durchschnitt Budgets von 10.000 bis 30.000 Euro zu verwalten – "und man hat nur eine einzige Chance", so Socher. (APA, red, 22.3.2017)

  • In Österreich wurden 2016 insgesamt 44.475 Ehen geschlossen.
    foto: getty images/istockphoto/petekarici

    In Österreich wurden 2016 insgesamt 44.475 Ehen geschlossen.

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