Rückschlag: Wasserabstoßende Fenster lassen auf sich warten

22. März 2017, 12:14
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Schweizer Forscher testeten Spezialbeschichtung und erlebten eine Überraschung

Basel – Fensterglas, von dem Regenwasser abperlt, wird es wohl nicht allzu bald im industriellen Maßstab geben. Forscher der Uni Basel und des Paul Scherrer Instituts testeten in Zusammenarbeit mit einem Glashersteller eine hoffnungsvollen Ansatz: nämlich Glas mit "Seltenen Erden" zu beschichten. Der erhoffte Effekt trat zwar ein – aber unter Umständen, die das Verfahren unpraktisch erscheinen lassen.

Aufbauend auf Erkenntnissen aus dem Jahr 2013, beschichteten die Forscher Glasplatten mit verschiedenen Oxiden, Nitriden und Fluoriden von Seltenen Erden und testeten, wie gut sie sich mit Wasser benetzen ließen. Kurz nach der Beschichtung konnte das Team keinerlei wasserabweisenden Effekt feststellen.

Bitte Geduld

Dieser entwickelte sich erst durch chemische Reaktionen mit Kohlenwasserstoffen in der Umgebungsluft, wie die Wissenschafter im Fachblatt "Scientific Reports" berichteten. "Wir waren überrascht, dass erst das Altern der Oberfläche den wasserabweisenden Effekt hervorruft", sagt Studienleiter Ernst Meyer von der Uni Basel. Erst die neu entstehenden chemischen Verbindungen, die nach und nach die beschichtete Oberfläche bedecken, verleihen ihr die nötige Rauheit, um Wasser abperlen zu lassen.

Das Glas muss also erst eine Zeitlang altern. Und dafür wiederum müsste man es aufwendig lagern, wie die Uni Basel mitteilte: alles in allem also ein Dämpfer für die industrielle Produktion von wasserabweisendem Fensterglas. (APA, red, 22. 3. 2017)


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